Getrocknete Tomaten aus eigener Ernte
Das Ergebnis vorab
Backofen, Dörrgerät und Sonne führen alle zum Ziel, sie unterscheiden sich bei Zeitaufwand, Stromverbrauch und Wetterabhängigkeit. Fertig sind die Tomaten, wenn sie ledrig und biegsam sind, ohne Saft abzugeben. Beim Einlegen in Öl gehen die Meinungen von Ratgebern und Behörde auseinander.
Tomaten selbst trocknen lohnt sich vor allem im Herbst, wenn das Gewächshaus noch mehr reife Früchte liefert, als frisch auf den Tisch passen. Aus Kirschtomaten und Flaschentomaten entsteht ein Vorrat, der ohne Kühlschrank auskommt und sich in Soßen, auf Pizza oder im Salat verwenden lässt. Wie das gelingt, hängt von Sorte, Gerät und Geduld ab.

Welche Sorten sich dafür lohnen
Grundsätzlich lässt sich jede Tomate trocknen, doch das Ergebnis fällt sehr unterschiedlich aus. Sorten mit festem Fruchtfleisch und wenig Wasser behalten Form und Aroma, wässrige Früchte schrumpfen zu dünnen Häutchen. Die Ratgeber aus Verbraucher und Gartenportalen nennen übereinstimmend die kleinen und die länglichen Typen als sichere Wahl. Kirschtomaten brauchen ohnehin weniger Zeit, weil sie klein sind und sich nur halbieren lassen. Beim Trocknen konzentriert sich der Geschmack, und eine fade Sorte wird dadurch nicht besser. Bei freier Wahl gehören aromatische Früchte aufs Blech, wässrige Exemplare wandern lieber in die Soße. Ein Probeblech mit je zwei oder drei Früchten pro Sorte zeigt innerhalb eines Nachmittags, welche Sorte im eigenen Garten taugt.
Die folgende Übersicht fasst zusammen, was die gelesenen Quellen den einzelnen Typen zuschreiben. Zu großen Fleischtomaten findet sich dort keine eigene Aussage, hier hilft nur Ausprobieren in kleiner Menge.
| Typ | Eigenschaft beim Trocknen | Einschätzung |
|---|---|---|
| Flaschentomate (Pozzano) | dünne Haut, festes Fleisch | sehr gut |
| Kirsch, Cocktail und Datteltomate | trocknet schneller, schmeckt süß | sehr gut, auch für Einsteiger |
| Romatomate | wenig Kerne, viel Fruchtfleisch | gut |
| San Marzano | dichtes, fleischiges Fruchtfleisch | gut |
| Strauchtomate | kräftiges Aroma | gut, wenn geschmacksstark |
Vorbereiten, trocknen und die richtige Methode wählen
Verwenden Sie vollreife Früchte ohne Druckstellen und Flecken, denn beschädigte Stellen begünstigen später Schimmel. Nach gründlichem Waschen geht es so weiter:
- Kirschtomaten halbieren, größere Früchte in Scheiben schneiden.
- Saft und Kerngehäuse entfernen, das verkürzt die Trocknung.
- Mit grobem Meersalz bestreuen, nach Geschmack mit Kräutern oder Knoblauch.
- Mit etwa einem Zentimeter Abstand auslegen, damit sich die Stücke nicht berühren.
Bei der Dicke der Scheiben sind die Quellen uneins, genannt werden einen halben bis einen Zentimeter. Auch bei der Schnittfläche gehen die Angaben auseinander: Für die Sonnentrocknung legen zwei Quellen sie nach unten, eine nach oben. Beides scheint zu funktionieren, wichtig ist das regelmäßige Wenden.
Im Backofen werden 80 bis 90 Grad genannt, meist etwa sechs Stunden, wobei eine Quelle bei 80 Grad bleibt und andere bis 90 Grad gehen. Die Ofentür wird mit einem Kochlöffel einen Spalt offen gehalten, damit die Feuchtigkeit abziehen kann, bei Umluft entfällt das. Ein Dörrgerät läuft kühler und länger. Hier widersprechen sich die Angaben deutlich: Eine Quelle empfiehlt unter 50 Grad und rund zehn Stunden, eine andere 60 bis 65 Grad bei zehn bis zwölf Stunden. Beide Quellen sehen den Stromverbrauch gegenüber dem Backofen im Vorteil, so dass sich ein Dörrautomat bei größeren Mengen rechnet.
Die Sonne braucht etwa drei bis vier Tage, mit einem feinen Netz gegen Insekten und Vögel, und die Tomaten müssen bei Regen und über Nacht ins Haus. Mehrere heiße, trockene Tage am Stück sind in Deutschland nicht zuverlässig zu erwarten. Zwei Quellen sagen das offen.
Wann sie fertig sind und wie lange sie halten
Die Tomaten sind trocken, wenn sie schrumpelig und ledrig wirken, sich aber noch biegen lassen, ohne zu brechen. Beim leichten Druck darf keine Flüssigkeit austreten. Im Dörrgerät gilt die gummiartige Konsistenz als Ziel. Soll es weicher bleiben, trocknen Sie nur halb, denn solche halbgetrockneten Tomaten bleiben saftiger. Einen Messwert für die Restfeuchte nennt keine der gelesenen Quellen, die Biegeprobe ist also der verlässliche Maßstab.
Gelagert werden sie kühl, dunkel und luftdicht. Die Haltbarkeit schwankt je nach Ratgeber erheblich, von ein bis zwei Wochen bis zu mehreren Monaten im kühlen Keller. Das Bundesinstitut für Risikobewertung weist darauf hin, dass beim Dörren das Wasser schnell und stark sinken muss und die Ware trocken zu lagern ist, weil Feuchtigkeit Schimmel fördert. Prüfen Sie das Glas in den ersten Wochen und sortieren Sie bei der kleinsten Auffälligkeit aus.
Beim Einlegen in Öl widersprechen sich die Quellen am stärksten. Mehrere Gartenportale versprechen sechs Monate bis ein Jahr, solange alles vollständig von Öl bedeckt bleibt. Das Bundesinstitut rät in seiner Broschüre dagegen davon ab, Öl und Gemüse in Öl auf Vorrat herzustellen, vor allem wenn es roh verzehrt wird. Die Ratgeber erwähnen keine Sicherheitsfragen. Vorsichtige legen nur kleine Mengen ein und verbrauchen sie zügig. Ranziger Geruch ist ein Warnzeichen für Verderb.









