Freizeit

Kann man im Schach zwei Damen haben und wie das geht

Mitten in der Partie steht plötzlich eine zweite Dame auf dem Brett, und der Gegner schaut irritiert. Spielt man nur gelegentlich Schach, fragt man sich dann, ob man im Schach zwei Damen haben kann oder ob hier jemand geschummelt hat. Die Antwort ist eindeutig: Es ist erlaubt, und es kommt in Turnieren tatsächlich vor, wenn auch selten. Geschummelt hat also niemand, und auch Anfänger dürfen sich darauf berufen. Voraussetzung ist ein Bauer, der es bis zur gegnerischen Grundreihe schafft. Auf den folgenden Absätzen erfahren Sie, wie die Umwandlung abläuft, wie viele Damen höchstens zusammenkommen, wann eine andere Figur klüger ist und was Sie tun, wenn keine zweite Dame bereitliegt.

Kann man im Schach zwei Damen haben und wie das geht

Warum zwei Damen regelkonform sind

Im Schach gibt es keine Obergrenze für Figuren einer Sorte. Jede Seite beginnt zwar mit genau einer Dame, doch die Regeln erlauben es ausdrücklich, Bauern zu befördern. Erreicht ein Bauer die letzte Reihe, muss er sofort in eine Dame, einen Turm, einen Läufer oder einen Springer umgewandelt werden. Welche dieser Figuren gewählt wird, entscheidet allein der Spieler am Zug, die Dame ist dabei die häufigste Wahl, weil sie am stärksten ist. Nach den internationalen Regeln hängt die Umwandlung nicht davon ab, ob zuvor eine Figur geschlagen wurde. Die zweite Dame entsteht also aus dem Bauern, nicht aus dem Fundus der geschlagenen Steine.

So entsteht die zweite Dame auf dem Brett

Der Weg dorthin beginnt meist mit einem Freibauern, also einem Bauern ohne gegnerische Bauern auf seiner Linie oder den Nachbarlinien. Er rückt Feld für Feld nach vorn, bis er die achte Reihe erreicht. Am Brett läuft die Umwandlung in wenigen Schritten ab:

  1. Den Bauern auf die letzte Reihe ziehen oder schlagend dorthin bringen
  2. Den Bauern vom Brett nehmen
  3. Die gewünschte Figur auf das Zielfeld stellen
  4. Den Zug damit beenden, danach ist der Gegner an der Reihe

Die neue Figur darf nicht erst im nächsten Zug erscheinen, sie gehört zum selben Zug. Setzt sie den Gegner matt, ist die Partie unmittelbar entschieden. Aufgeschrieben wird die Dame nach den FIDE Regeln unmittelbar hinter dem Zielfeld, zum Beispiel a8D.

Wie viele Damen höchstens auf dem Brett stehen können

Theoretisch kann ein Spieler neun Damen gleichzeitig besitzen, nämlich die Ausgangsdame plus acht umgewandelte Bauern. Zwei Damen derselben Farbe sind also keine Seltenheit im Regelwerk, nur im Spielgeschehen. In der Praxis tritt das so gut wie nie ein, weil die Bauern unterwegs geschlagen oder blockiert werden und ein Gegner solche Stellungen kaum zulässt. Zwei Damen pro Seite sieht man in Endspielen gelegentlich, drei sind eine echte Rarität. Als Kuriosum nennt das Portal Chess.com eine Partie aus dem Jahr 2011 zwischen David Anton Guijarro und Alejandro Franco Alonso, in der beide Seiten zeitweise je drei Damen auf dem Brett hatten. Das live zu erleben, liefert eine Geschichte für den Vereinsabend.

Wann eine andere Figur als die Dame besser ist

Die Umwandlung in eine Dame ist nicht immer die klügste Idee. Jede Wahl einer anderen Figur heißt Unterverwandlung, und sie hat ihren festen Platz in der Endspieltheorie. Zwei Gründe tauchen am häufigsten auf, und beide lassen sich an bekannten Stellungen zeigen. Beide gehören zum Standardwissen jedes Vereinsspielers, und beide kosten im Ernstfall einen halben oder ganzen Punkt, wenn man sie übersieht. Üben lässt sich das gut mit Endspielaufgaben, bei denen die Umwandlung als Schlüsselzug dient und eine falsche Wahl sofort bestraft wird. Wichtig bleibt die Rechnung im Voraus, denn eine zweite Dame kann ein Patt herbeiführen oder dem Gegner ein Dauerschach erlauben. Durchgespielte Stellungen gewinnen so manche Partie, die auf den ersten Blick schon remis aussah.

Patt vermeiden

Ein Patt bedeutet Unentschieden, obwohl man haushoch überlegen ist. Es entsteht, wenn der Gegner am Zug ist, nicht im Schach steht und keinen erlaubten Zug mehr hat. Mit einer Dame, die viele Felder beherrscht, lässt sich das leicht versehentlich auslösen, zum Beispiel wenn der gegnerische König in einer Ecke eingesperrt wird. Wählt man stattdessen Turm, Läufer oder Springer, bleibt dem König ein Fluchtfeld, und der Sieg ist gerettet. Chess.com zeigt eine Stellung, in der selbst ein Turm Patt bedeuten würde und Weiß deshalb einen Läufer wählt. Solche Beispiele gehören in jede Endspielsammlung, und wer sie einmal gesehen hat, erkennt die Gefahr bei der eigenen Partie sofort. Ein kurzer Blick auf die Fluchtfelder des gegnerischen Königs vor dem Zug genügt meist.

Mit Schach ein Tempo gewinnen

Der zweite Grund ist ein Zeitgewinn. Gegen Timman wandelte Anatoli Karpow 1986 einen Bauern in einen Springer um und gab damit sofort Schach. So gewann er ein wichtiges Tempo, und Timman konnte kein Dauerschach mehr erzwingen, das mit einer anderen Figur drohte. Ein Springer zieht in L-Form, und kein anderer Stein bewegt sich so. Das Beispiel zeigt, dass Unterverwandlungen ein taktisches Mittel mit Rechenaufwand sind und mehr leisten als nur Patt zu verhindern. Prüfen Sie vor jeder Umwandlung, welche Figur dem gegnerischen König die wenigsten Chancen lässt, und rechnen Sie jede Antwort des Gegners bis zum Ende durch. Erst dann steht fest, ob Dame, Turm, Läufer oder Springer den Sieg sichert.

Keine zweite Dame zur Hand, was nun

Im Freundeskreis passiert es ständig, dass die zweite Dame fehlt. Ein beliebter Notbehelf ist ein umgedrehter Turm, den beide Seiten als Dame akzeptieren, oder man entlehnt die Figur von einem anderen Brett. Wichtig ist, dass beide vor dem Spiel eine Absprache treffen, damit es später keinen Streit gibt. Häufige Spieler kaufen sich am besten ein Set mit Ersatzfiguren, die es als Schachfiguren mit zusätzlichen Damen gibt. In Vereinsturnieren spricht man in der Regel den Schiedsrichter an. Online erledigt das die Software, dort wählen Sie die Figur per Klick. Beim Brettspiel zu Hause zählt der gesunde Menschenverstand, solange beide Seiten wissen, welche Figur gemeint ist.

Haushalt

Mikrowelle qualmt und was Sie jetzt tun sollten

Es riecht verbrannt, aus dem Garraum steigt grauer Dunst auf, und im ersten Schreck fragt man sich, ob man das Gerät einfach weiterlaufen lassen kann. Wenn die Mikrowelle qualmt, lautet die Antwort eindeutig nein. Hinter dem Rauch stecken meist verkohlte Fettreste oder eine durchgebrannte Glimmerscheibe, seltener ein Defekt im Inneren des Gehäuses. Beides lässt sich unterscheiden, wenn man in der richtigen Reihenfolge vorgeht, und meist genügt schon eine gründliche Reinigung, um das Gerät zu retten. Sicherheit geht dabei immer vor Sparsamkeit, denn ein Brand im Küchenschrank richtet mehr Schaden an als jedes neue Gerät. Dieser Ratgeber erklärt, welche Handgriffe sofort zählen, woran Sie die Ursache erkennen, wie der Austausch der Scheibe gelingt und wann ein neues Gerät die vernünftigere Entscheidung ist.

Mikrowelle qualmt und was Sie jetzt tun sollten

Sofort richtig handeln, wenn Rauch aufsteigt

Drücken Sie die Stopptaste und ziehen Sie anschließend den Netzstecker. Die Tür bleibt geschlossen, solange Rauch im Garraum steht, denn ohne Zufuhr von Luft erstickt ein kleiner Brand meist von selbst. Öffnen Sie in der Zwischenzeit das Fenster und warten Sie, bis sich der Dunst gelegt hat. Erst dann nehmen Sie den Teller heraus und schauen nach Brandspuren an Wänden, Decke und Boden. Schlagen Flammen aus dem Gerät oder breitet sich der Rauch weiter aus, verlassen Sie den Raum und rufen den Notruf 112. Bis die Ursache geklärt ist, bleibt die Mikrowelle ausgesteckt, ein Probelauf ohne Inhalt verbietet sich ohnehin, weil er das Magnetron schädigen kann.

Die häufigsten Ursachen für Rauch im Garraum

Meist steckt keine Elektrik dahinter, sondern Schmutz. Fett und Soßenspritzer verkohlen im Lauf der Zeit, und Kohlenstoff leitet Strom, sodass sich Funken bilden können. Reparaturportale und Hersteller nennen folgende Auslöser, die sich meist schon mit einem Blick in den Garraum eingrenzen lassen. Merken Sie sich beim Suchen, wo genau der Geruch am stärksten ist, denn das hilft später bei der Entscheidung über das weitere Vorgehen:

  • Verkohlte Speisereste und Fett an den Garraumwänden oder auf dem Drehteller
  • Eine verbrannte oder durchlöcherte Glimmerscheibe, die den Wellenleiter abdeckt
  • Abgeplatzter Innenlack, wodurch das blanke Metall Lichtbögen bildet
  • Metall im Gerät, etwa Alufolie, Besteck oder Geschirr mit Goldrand
  • Ein überhitzter Kunststoffhalter am Drehteller
  • Ein defektes Magnetron oder beschädigte Verkabelung

Die Glimmerscheibe prüfen und tauschen

Die Glimmerscheibe sitzt meist seitlich oder an der Decke des Garraums und wirkt wie ein unscheinbares Stück Pappe oder Kunststoffplatte. Sie schützt den Wellenleiter, also den Eingang, durch den die Mikrowellen in den Garraum gelangen. Weil sie dicht an der Quelle sitzt, bekommt sie bei jedem Gebrauch die meiste Hitze und die meisten Spritzer ab. Hersteller wie Xiaomi nennen verkrustetes Fett und Eiweiß als Hauptgrund für eine verbrannte Platte. Ein Reparaturportal stuft den Austausch der Abdeckung mit Schwierigkeitsstufe 3 von 5 ein. Das heißt: Mit etwas handwerklichem Geschick und dem passenden Ersatzteil ist die Aufgabe zu schaffen, ohne dass sofort ein Techniker anrücken muss.

Woran Sie eine verbrannte Scheibe erkennen

Dunkelbraune bis schwarze Flecken, Brandlöcher oder Risse sind eindeutige Zeichen. Auch ein stechender Geruch beim Erhitzen fetthaltiger Speisen deutet darauf hin. Häufig knistert es zusätzlich leise, bevor Funken zu sehen sind, und der Garraum riecht nach angebranntem Fett. Reicht ein Fleck nur an der Oberfläche, hilft manchmal vorsichtiges Abwischen mit mildem Reinigungsmittel und warmem Wasser, ohne scheuernde Schwämme. Zeigt sich jedoch ein Loch, sollten Sie die Scheibe nicht mehr verwenden. Durch ein Loch gelangen Speisereste in den Hohlraum dahinter und können das Magnetron beschädigen, wie der Hersteller Xiaomi in seiner Anleitung ausdrücklich warnt. Die Mikrowelle in diesem Zustand weiterzubenutzen, kann deshalb teurer werden als der Austausch, der meist nur wenige Minuten dauert.

So gelingt der Austausch

Die Platte wird meist von einer kleinen Schraube oder einer Halterung gehalten, die sich im Garraum befindet. Ziehen Sie zuerst den Stecker, lösen Sie die Befestigung und ziehen Sie die alte Scheibe heraus. Die neue muss exakt zur Größe der Öffnung passen, deshalb lohnt der Blick auf Modellnummer und Maße. Passende Ersatzteile sind für die gängigen Marken günstig zu bekommen, ein Beispiel finden Sie bei Glimmerscheiben als Ersatzteil. Pappe oder anderes brennbares Material kommt als Ersatz nie in Frage. Öffnen Sie das Gehäuse selbst nicht, denn im Inneren liegen Hochspannungsbauteile. Nach dem Einsetzen reinigen Sie den Garraum, setzen den Teller wieder ein und lassen die Mikrowelle zunächst nur mit einem Glas Wasser kurz laufen, um zu prüfen, ob der Geruch verschwunden ist.

Wann ein Fachbetrieb ran muss oder das Gerät in den Müll gehört

Riecht es auch nach gründlicher Reinigung und neuer Scheibe verbrannt, liegt der Fehler tiefer. Kommt der Geruch von hinter dem Bedienfeld oder aus dem Gehäuse, deutet das laut einem Reparaturportal auf Magnetron, Kabelbaum oder Steuerplatine hin. Diese Teile gehören in die Hände eines Fachbetriebs, weil dort mit Hochspannung gearbeitet wird. Rechnen Sie nach. Kostet die Reparatur nahezu so viel wie ein neues Gerät, lohnt sich der Aufwand bei einer Standardmikrowelle für wenige Dutzend Euro selten, bei einem Einbaugerät oder einer Kombination mit Grill dagegen eher. Alte Geräte gehören nicht in den Hausmüll, sondern zum Wertstoffhof oder in die Rückgabe beim Händler.

Vorbeugen mit Reinigung und festen Gewohnheiten

Am besten wirkt ein kurzes Auswischen nach jeder Nutzung, solange Spritzer noch weich sind. Hersteller raten, Fett und Reste nach jedem Gebrauch zu entfernen. Decken Sie Speisen mit einer mikrowellentauglichen Haube ab, damit gar nicht erst so viel an die Wände gelangt. Eine Schüssel mit Wasser und Zitronensaft löst eingetrocknete Krusten durch Dampf, anschließend genügt ein feuchtes Tuch. Beschädigten Innenlack bessern Sie mit speziellem Reparaturlack aus. Nach dem Betrieb kann die Tür kurz offen bleiben, damit Kondenswasser abzieht, wie ein Technikportal schreibt, ein Muss ist das jedoch nicht. Metall gehört ohnehin nie hinein, auch keine Folie als Abdeckung. Halten Sie sich daran und putzen den Garraum regelmäßig, sparen Sie sich Rauch, Reparatur und Ärger.

Auto & Motorrad

Kfz Steuer zurückgebucht und was Sie jetzt tun sollten

Auf dem Kontoauszug steht eine Rücklastschrift: Die Kfz Steuer wurde zurückgebucht, und das löst bei den meisten Haltern erst einmal Ärger aus. Dabei kommt es schneller dazu, als man denkt. Ein Konto ohne Deckung am Abbuchungstag, eine geänderte IBAN oder ein widerrufenes Mandat genügen schon. Für den Zoll gilt die Steuer in diesem Moment als nicht bezahlt, gleichgültig, wie der Fehler entstanden ist. Mit etwas Tempo lässt sich der Schaden jedoch klein halten, denn die Kosten bleiben überschaubar, solange der Rückstand nicht Monat für Monat wächst. Die gute Nachricht lautet, dass sich fast jeder Fall mit einem Anruf oder einer Überweisung bereinigen lässt. Dieser Beitrag zeigt Schritt für Schritt, was nach der Rücklastschrift zu tun ist, was ein Säumniszuschlag kostet und wann sich die Zulassungsstelle meldet.

Kfz Steuer zurückgebucht und was Sie jetzt tun sollten

Was eine zurückgebuchte Kfz Steuer für den Zoll bedeutet

Um die Kraftfahrzeugsteuer kümmert sich das Hauptzollamt, nicht mehr das Finanzamt. Die Steuer wird für zwölf Monate im Voraus fällig, so steht es im Kraftfahrzeugsteuergesetz, und wer am Lastschriftverfahren teilnimmt, lässt den Betrag einmal pro Jahr einziehen. Scheitert der Einzug, weil das Konto nicht gedeckt ist, entsteht eine offene Forderung. Rechtlich geschieht in diesem Augenblick nichts Dramatisches. Der Haken liegt im Zeitplan, denn ab dem Fälligkeitstag laufen Fristen, und mit jedem angefangenen Monat wächst die Summe leicht an. Ob ein Versehen oder ein echter Engpass dahintersteckt, spielt für die Behörde zunächst keine Rolle, für Ihre Verhandlungsposition später aber sehr wohl.

Die ersten Schritte nach der Rücklastschrift

Zuerst lohnt der Blick auf den Kontoauszug, denn die Bank nennt einen Rückgabegrund, etwa mangelnde Deckung oder ein ungültiges Mandat. Danach zählt Geschwindigkeit. Je früher die Zahlung beim Zoll eingeht, desto weniger Nebenkosten entstehen. Ein Ratgeber empfiehlt, die Überweisung vorher beim Hauptzollamt anzukündigen, damit nicht doppelt gemahnt oder vollstreckt wird. Diese Reihenfolge hat sich bewährt, weil sie zuerst das Konto und erst danach die Behörde in den Blick nimmt:

  • Rückgabegrund bei der Bank erfragen und das Konto ausgleichen
  • Steuerbescheid oder Mahnschreiben heraussuchen und das Aktenzeichen notieren
  • Den Betrag per Überweisung zahlen und das Hauptzollamt kurz informieren
  • Den Überweisungsbeleg aufheben, bis die Buchung bestätigt ist
  • Das Mandat prüfen und eine neue IBAN rechtzeitig melden

Säumniszuschläge und Mahnungen im Überblick

Bleibt eine Steuer nach dem Fälligkeitstag offen, greift die Abgabenordnung. Paragraf 240 sieht für jeden angefangenen Monat einen Zuschlag von einem Prozent vor. Berechnet wird er auf den Rückstand, der zuvor nach unten auf volle 50 Euro abgerundet wird. Bei einer Verspätung bis zu drei Tagen verzichtet das Gesetz zwar auf den Zuschlag, aber Ausnahmen kennt der Paragraf ebenfalls, und bei einer geplatzten Lastschrift sollten Sie sich nicht auf diese Schonfrist stützen. Hinzu können Mahngebühren und Vollstreckungskosten kommen, deren Höhe die Behörde im Einzelfall bestimmt. Der Zuschlag ist eine eigene Forderung neben der Steuer, er verschwindet also nicht, wenn der Hauptbetrag später eingeht. Wie sich das in Euro auswirkt, zeigt das folgende Rechenbeispiel.

Rechenbeispiel zum Säumniszuschlag

Angenommen, die Jahressteuer beträgt 238 Euro und die Zahlung bleibt aus. Abgerundet auf volle 50 Euro ergibt das 200 Euro, davon ein Prozent sind 2 Euro für den ersten angefangenen Monat. Zahlen Sie erst im dritten Monat nach der Fälligkeit, laufen drei angefangene Monate, also 6 Euro. Das klingt harmlos, und bei kleinen Beträgen ist es das auch. Bei einem großen Benziner oder einem Diesel mit 600 Euro Jahressteuer wären es dagegen 6 Euro pro Monat. Die eigentlichen Kosten entstehen meist später durch Mahnung, Vollstreckung und gegebenenfalls Abschleppen. Rechnen Sie also früh nach, statt auf Nachsicht zu hoffen, und halten Sie die Rechnung samt Fälligkeitstag schriftlich fest, falls Sie später um Erlass bitten möchten.

Wie viele Mahnungen kommen und wann

Wie viele Schreiben tatsächlich eintreffen, hängt vom Einzelfall ab. Ein Ratgeber beschreibt drei Mahnungen im Abstand von etwa 14 bis 30 Tagen, ein Leser berichtet in einem Kommentar dagegen von einer Vollstreckungsankündigung mit nur zwei Wochen Frist. Verlässliche amtliche Zahlen zu den Abständen liegen nicht vor, deshalb zählt allein die Frist, die im Schreiben selbst steht. Tragen Sie sie sofort in den Kalender ein. Nach wiederholter Aufforderung informiert das Hauptzollamt die Zulassungsstelle, und ab dann geht es nicht mehr nur um Geld, sondern um das Fahrzeug selbst. Ungeöffnete Briefe auf dem Küchentisch verschärfen die Lage erfahrungsgemäß erheblich, denn jede versäumte Frist verkürzt den Spielraum für ein Gespräch mit dem Sachbearbeiter.

Wenn das Geld fehlt, helfen Ratenzahlung und Stundung

Kann der Betrag nicht auf einmal fließen, sollten Sie das dem Hauptzollamt schreiben, bevor die Vollstreckung beginnt. Ratenzahlung und Stundung müssen beantragt werden. Einen Anspruch darauf gibt es nicht, die Vollstreckungsstelle entscheidet nach pflichtgemäßem Ermessen, meist mit monatlichen Raten. Die Chancen sinken, wenn es schon früher Zahlungsstörungen gab. Ein Antrag mit Begründung, einem Zahlungsvorschlag und einer ersten Rate wirkt überzeugender als ein bloßer Hilferuf. Wird ein Auto ohnehin nicht mehr genutzt, endet die Steuerpflicht nach dem Kraftfahrzeugsteuergesetz mit der Abmeldung. Bei fehlerhafter Ermessensausübung lässt sich die Entscheidung anfechten, spätestens dann ist eine anwaltliche Beratung sinnvoll. Reichen Sie alle Unterlagen vollständig ein, also Einkommensnachweise, Kontoauszüge und den Bescheid, damit die Stelle über Ihren Fall ohne Rückfragen entscheiden kann.

Zwangsstilllegung und die Folgen für eine Neuzulassung

Zahlen Sie trotz Mahnungen nicht, hört die Zulassungsstelle Sie an und erlässt eine Ordnungsverfügung. Darin stehen eine letzte Zahlungsaufforderung und die Androhung der zwangsweisen Außerbetriebsetzung. Bleibt auch das ohne Wirkung, wird das Fahrzeug zur Fahndung ausgeschrieben, entsiegelt und stillgelegt, so beschreibt es die Stadt Köln. Fahren darf man danach nicht mehr. Fährt jemand trotzdem, riskiert er laut einem Bußgeldratgeber 70 Euro und einen Punkt in Flensburg, dazu kommen Abschleppkosten. Seit dem 1. Januar 2006 darf die Zulassungsstelle zudem kein Fahrzeug zulassen, solange der Halter Kfz-Steuerrückstände hat. Eine neue Anmeldung gelingt also erst nach vollständiger Zahlung, auch für ein anderes Auto.

Freizeit

Fahrradkette ohne Kettenschloss öffnen und wieder schließen

Sie wollen die Kette kürzen, reinigen oder tauschen und finden an der Kette kein Schloss. Dann sitzt an jedem Glied ein Nietstift, und das Öffnen geht nur mit einem Kettennieter. Eine Fahrradkette ohne Kettenschloss öffnen ist keine Hexerei, verlangt aber Gefühl für den letzten halben Millimeter. Drücken Sie den Stift zu weit, ist das Glied häufig nicht mehr zu retten. Drücken Sie ihn zu kurz, lässt sich die Kette nicht trennen. Dazu kommt, dass moderne Schaltketten dünne Außenplatten haben, die schneller nachgeben, als man glaubt. Lesen Sie deshalb erst, dann greifen Sie zum Gerät. Die folgenden Schritte zeigen, wie das Öffnen gelingt, wie Sie die Kette wieder verbinden und woran Sie ein sauberes Ergebnis erkennen.

Fahrradkette ohne Kettenschloss öffnen und wieder schließen

Nietstift, Schloss und warum der Unterschied zählt

Im Kern gibt es zwei Bauarten. Die eine Kette ist an einer Stelle mit einem Schloss, bei Shimano Quick-Link genannt, schnell lösbar. Die andere besteht durchgehend aus genieteten Gliedern, bei denen jeder Stift in die Außenplatten gepresst ist. An dieser Kette öffnen Sie mit dem Kettennieter ein Glied. Wichtig ist eine Warnung aus der Shimano Anleitung: Eine Kette darf nicht an einem Quick-Link oder an einem verstärkten Verbindungsstift getrennt werden, sonst leiden Kette und Gerät. Prüfen Sie deshalb zuerst Glied für Glied, am besten bei gutem Licht und mit gesäuberter Kette,, indem Sie die Pedale rückwärts drehen und die Kette absuchen. Entdecken Sie dabei ein Schloss, öffnen Sie dieses und lassen den Nieter in der Schublade.

Mit dem Kettennieter öffnen

Der Kettennieter hat eine Aufnahme, in der das Kettenglied sitzt, und einen Dorn, der den Stift herausdrückt. Wichtig ist die richtige Ausrichtung, denn ein schiefes Einlegen beschädigt die Aufnahme oder das Glied. Für die Arbeit brauchen Sie einen Kettennieter, der zur Kettenbreite passt, und ein ruhiges Handgelenk. Drehen Sie den Griff vollständig zurück, bevor Sie die Kette einlegen. Das Glied kommt in den äußeren Schlitz, der am weitesten vom Griff entfernt liegt. Halten Sie die Kette mit einer Hand im Nieter fest, drehen Sie mit der anderen, und prüfen Sie nach jeder Umdrehung, ob der Dorn mittig auf dem Stift sitzt.

Kette einlegen und Stift herausdrücken

So gehen Sie schrittweise vor:

  1. Griff am Nieter ganz zurückdrehen und das Glied in den äußeren Schlitz legen.
  2. Im Uhrzeigersinn drehen, bis der Dorn den Stift berührt.
  3. Den Stift durch die erste Außenplatte schieben, bis der Griff spürbar schwerer geht.
  4. Dann noch etwa eine halbe Umdrehung weiter drehen und stoppen.
  5. Nieter abnehmen und die Kette durch leichtes Drehen und Ziehen trennen.

Der Stift soll danach noch ungefähr zur Hälfte in der Außenplatte stecken. Ein kleiner Überstand an der Innenseite ist beabsichtigt, er erleichtert das Wiederzusammensetzen. Dreht man ungeduldig einfach durch, kommt den Moment, in dem der Stift mit einem leisen Knacken auf der anderen Seite herausfällt, und dann ist die Kette meist ein Fall für den Ersatz.

Die Kette wieder zusammenfügen

Beim Schließen drehen und drücken Sie die Glieder zusammen, bis der Stift in das Innenglied einrastet. Legen Sie das Glied in denselben äußeren Schlitz, mit dem überstehenden Stift zum Dorn. Drehen Sie, bis der Stift durchgeht und auf der anderen Seite ein kleines Stück herausragt, beidseitig ungefähr gleich weit. Läuft das Glied danach schwer, setzen Sie es in den inneren Schlitz und drehen etwa eine Viertelumdrehung. Danach bewegen Sie die Kette hin und her. Bis das Glied wieder so frei läuft wie seine Nachbarn, wiederholen Sie das Vorgehen in kleinen Schritten. Steif gebliebene Glieder springen sonst unter Last und lösen ein Rattern aus, das sich nicht wegschalten lässt. Nehmen Sie sich für diese Kontrolle ruhig eine Minute Zeit, sie spart später den Weg zurück in die Werkstatt.

Typische Fehler beim Öffnen

Der häufigste Fehler ist der ganz herausgedrückte Stift. Fällt er auf der anderen Seite heraus, lässt er sich praktisch nicht wieder einsetzen, und die Kette muss gekürzt oder erneuert werden. Ebenso verbreitet ist das schräge Ansetzen des Nieters, das die Außenplatte verbiegt. Auch das Wiederverwenden eines ausgepressten Stifts rächt sich, denn der Sitz in der Platte ist danach ausgeleiert. Bei neueren Shimano Ketten gibt es für die Verbindung einen verstärkten Stift, der von derselben Seite eingesetzt wird, von der die Kette gelöst wurde, und dessen überstehende Spitze man anschließend abbricht. Der Stift soll dann leicht über die Platte hinausstehen. Ersatzstifte gehören deshalb in jede Werkstatt, die solche Ketten regelmäßig bearbeitet.

Das Kettenschloss als saubere Alternative

Wenn Sie ohnehin eine Kette öffnen müssen, spricht vieles für ein Kettenschloss, das Sie später ohne Nieter öffnen können. Shimano beschreibt den Einbau so: Beide Hälften des Quick-Link werden von entgegengesetzten Seiten zwischen die Innenglieder geführt, der Pfeil zeigt von vorn betrachtet in Drehrichtung der Kurbel, und beide Seiten müssen bis zum Anschlag einrasten. Zum Lösen verlangt Shimano seine Originalzange. Ein ausgebautes Schloss darf nicht erneut verwendet werden, und beim Kettenwechsel wird es ersetzt. Sparen Sie also nicht am falschen Ende, ein Schloss kostet wenig gegenüber einer neuen Kette. Achten Sie beim Kauf auf die Gangzahl, denn Schlösser für neun, zehn, elf und zwölf Gänge unterscheiden sich in der Breite.

Ohne Nieter, ohne Schloss, was dann

Gelegentlich hilft nur ein Notbehelf, etwa unterwegs mit gerissener Kette. Eine Kette lässt sich mit Dorn und Hammer notfalls öffnen, doch das beschädigt das Glied in aller Regel dauerhaft und ist nur für die Heimfahrt gedacht. Gehen Sie anschließend umgehend zum Fachhändler. Besser ist es, einen kleinen Nieter und ein Ersatzschloss in die Satteltasche zu legen. Beides wiegt kaum etwas und rettet eine Tour. Kennen Sie das Kettenmodell nicht, lesen Sie die Gravur auf den Außenplatten oder fragen den Händler. Ohne diese Angabe passt kein Ersatz sicher. Bevor Sie wieder losfahren, drehen Sie die Kurbel langsam und achten auf Ruckeln oder Knacken, denn ein steifes Glied verrät sich hier meist sofort.

Technik

E Bike Akku Schloss wechseln ohne Schlüssel und was dabei zu beachten ist

Der Schlüssel liegt nicht mehr dort, wo er liegen sollte, und der Akku sitzt fest im Rahmen. Beim Thema E-Bike Akku Schloss wechseln ohne Schlüssel gibt es zwei Fälle, die Sie sauber trennen sollten: Entweder Sie ersetzen das Schloss, weil der Schlüssel fehlt, oder der Zylinder selbst ist defekt. Beide Fälle unterscheiden sich in Kosten, Wartezeit und Aufwand. Entscheidend ist meist die Schlüsselnummer, denn mit ihr erspart man sich häufig den kompletten Tausch. Ohne Entriegelung kommen Sie zudem an keinen Akku heran, der im Rahmen steckt. Hier steht, welche Schritte vernünftig sind und wo Sie besser die Finger vom Gehäuse lassen.

E Bike Akku Schloss wechseln ohne Schlüssel und was dabei zu beachten ist

Erst die Schlüsselnummer suchen

Bevor Sie ein Schloss tauschen, suchen Sie die Schlüsselnummer. Bei Schlössern des Herstellers ABUS steht sie auf dem Schlüssel selbst oder auf einer Schlüsselkarte, die beim Kauf des Rades oder des Schlosses beilag. Mit dieser Nummer lässt sich ein Nachschlüssel anfertigen, ohne dass der Zylinder überhaupt angefasst werden muss. Schauen Sie deshalb in die Unterlagen zum Fahrrad, in die Rechnung und in die Verpackung des Schlosses. Fragen Sie auch den Händler, bei dem Sie das Rad gekauft haben, ob er die Nummer hinterlegt hat. Fotografieren Sie die Karte, sobald sie wieder auftaucht, und speichern Sie das Bild an einem Ort außerhalb des Hauses. Ohne Nummer und ohne Schlüssel bleibt der Tausch des Zylinders, den die nächsten Abschnitte beschreiben.

Nachschlüssel bestellen und was das kostet

Der Onlinehändler elektrofahrrad24 vertreibt Originalschlüssel von ABUS, die einzeln mit Ihrer Schlüsselnummer gefertigt werden. Angenommen werden die Schlüsseltypen F82, T82, T83, PLUS und XPLUS. Die Nummer tragen Sie im Kommentarfeld der Bestellung ein. Nach der Shopseite gilt eine Mindestmenge von zwei Stück, der reguläre Preis beträgt 19,95 Euro inklusive Mehrwertsteuer zuzüglich Versand (Stand Oktober 2026). Rechnen Sie mit Wartezeit, denn die Seite nennt bis zu 14 Tage Lieferzeit. Weil solche Schlüssel individuell gefertigt werden, sind sie vom Widerrufsrecht ausgenommen. Prüfen Sie die Nummer deshalb zweimal, bevor Sie abschicken. Einen der beiden Schlüssel legen Sie später an einen Ort, der nicht am Fahrrad liegt.

Das Schloss tauschen, wenn gar kein Schlüssel mehr da ist

Fehlt die Nummer, hilft nur ein neuer Schließzylinder samt neuen Schlüsseln. Dabei stolpern viele über einen Punkt: Ein Standardzylinder lässt sich nicht auf einen vorhandenen Schlüssel einstellen. Soll derselbe Schlüssel später mehrere Schlösser bedienen, braucht es eine Variante wie den ABUS X-Plus Zylinder. Mit dem Standardzylinder bekommen Sie dagegen einen frischen Satz Schlüssel, der zu keinem anderen Schloss passt. Das reicht den meisten Fahrern, bedeutet aber, dass Rahmenschloss und Akkuschloss getrennte Schlüssel behalten. Bedenken Sie das, bevor Sie bestellen, denn ein späterer Wechsel kostet erneut Geld und Zeit. Welcher Zylinder zu Ihrem Akku gehört, hängt vom Hersteller, von der Akkuserie und von der Bauform ab.

Welcher Zylinder zum Akku passt

Als Beispiel dient dieser Fall: Der ABUS Standard Schließzylinder für den Bosch PowerTube 750 Wh mit Smart System kostet laut elektrofahrrad24 derzeit 25,90 Euro statt 29,95 Euro. Im Lieferumfang stecken zwei Schlüssel, eine Adapterplatte und zwei Schrauben. Die Seite nennt als kompatibel die Bosch Linien Active, Cargo, Performance, Performance CX, SX und Speed, jeweils mit Smart System und integriertem Akku. Ihr Modell muss exakt dazu passen, also vergleichen Sie Akkuaufdruck und Baujahr, bevor Sie bestellen. Ein Ersatz-Schließzylinder für ein anderes System bringt Ihnen nichts. Wenn Sie unsicher sind, schicken Sie dem Händler ein Foto vom Akku und vom Schlossbereich, bevor Sie zahlen.

Einbau und was dabei schiefgehen kann

Eine Einbauanleitung enthält die Produktseite nicht, den Tausch übernimmt deshalb am besten eine Fahrradwerkstatt. Ist der Akku verriegelt und der Schlüssel unauffindbar, bleibt der Weg zum Fachbetrieb ohnehin der sicherste, am besten mit Kaufbeleg als Nachweis, dass das Rad Ihnen gehört. Verzichten Sie auf Gewalt. Aufbrechen, Aufbohren oder Hebeln am Gehäuse kann die Zellen im Inneren beschädigen, und ein beschädigter Lithium-Akku ist ein Brandrisiko. Auch die Rahmenaufnahme leidet, wenn Sie mit Schraubendreher und Zange arbeiten. Bei einem Wasserschaden oder verbogenen Kontakten wird es erst richtig teuer, und die Garantie ist dann meist ebenfalls hinfällig. Einen Schlosser holen Sie nur nach Rücksprache mit dem Händler, denn er kennt das Akkugehäuse nicht und gefährdet sonst die Elektronik.

Die Reihenfolge, die sich bewährt

Systematisches Vorgehen spart Geld und Zeit. Diese Schritte haben sich in der Praxis bewährt:

  1. Alle Unterlagen nach einer Schlüsselkarte oder einer Nummer durchsuchen.
  2. Den Händler nach einer hinterlegten Nummer fragen.
  3. Bei vorhandener Nummer Nachschlüssel bestellen und Lieferzeit abwarten.
  4. Ohne Nummer den passenden Zylinder anhand von Hersteller, Serie und Baujahr bestimmen.
  5. Zylinder samt Schlüsseln bestellen und in der Werkstatt einbauen lassen.
  6. Beide neuen Schlüssel getrennt aufbewahren und die Nummer fotografieren.

Solange der Akku noch nicht entriegelt ist, bleibt das Rad ohnehin ein Stehrad. Nutzen Sie die Wartezeit, um Ladegerät und Ersatzakku, sofern vorhanden, zu prüfen, und fragen Sie bei der Bestellung nach der genauen Lieferzeit.

Wie Sie den nächsten Verlust vermeiden

Zwei Schlüssel in derselben Jackentasche sind ein Schlüssel. Verteilen Sie sie deshalb: einen am Bund, den zweiten an einem festen Ort zu Hause. Die Schlüsselnummer gehört zusätzlich in Ihr Handy, am besten als Foto der Karte mit dem Vermerk, wozu sie gehört. Manche Fahrer kleben einen kleinen Anhänger an das Schlüsselband, das reduziert die Suche. Wenn Sie ohnehin den Zylinder tauschen, lohnt sich die Frage nach einem Schlüsselsystem, das mit anderen Schlössern am Rad übereinstimmt, damit Sie weniger einzelne Schlüssel mitführen. Prüfen Sie außerdem einmal im Jahr, ob das Schloss leichtgängig sperrt und ob sich der Akku sauber einrasten lässt. Ein klemmender Zylinder kündigt sich meist früh an. Ein Tropfen Sprühöl auf die Mechanik ist dafür kein Ersatz, denn Fett zieht Staub an und verschlimmert das Problem. Lassen Sie ihn lieber früh in der Werkstatt prüfen.

Technik

E Bike Akku tiefentladen und was Sie jetzt tun können

Im Herbst steht das Rad im Keller, der Akku liegt irgendwo im Regal, und im Frühjahr passiert beim Anstecken des Ladegeräts nichts. Wenn ein E-Bike Akku tiefentladen ist, zählt Geduld mehr als Eile. Ein Lithium-Ionen-Akku gerät in diesen Zustand, sobald die Spannung seiner Zellen unter eine Mindestgrenze rutscht. Das Batteriemanagement schaltet den Akku zwar meist rechtzeitig ab, gegen die langsame Selbstentladung während der Lagerung hilft es aber nur begrenzt. Ob sich der Akku noch retten lässt, hängt von wenigen Messwerten ab. Die folgenden Abschnitte zeigen, woran Sie die Tiefentladung erkennen, was Sie messen können und ab wann ein Fachbetrieb übernehmen sollte.

E Bike Akku tiefentladen und was Sie jetzt tun können

Woran Sie einen tiefentladenen Akku erkennen

Das typische Bild ist ein Akku ohne jedes Lebenszeichen. Das Ladegerät zeigt keine Reaktion, obwohl Kabel und Stecker in Ordnung sind, oder das Rad lässt sich nicht mehr einschalten. In milderen Fällen lädt der Akku extrem langsam und trägt danach nur noch einen Bruchteil der gewohnten Strecke. Bevor Sie von einer Tiefentladung ausgehen, schließen Sie die einfachen Ursachen aus: eine andere Steckdose ausprobieren, die Kontakte am Akku und am Rahmen auf Schmutz und Korrosion prüfen und den Akku nach dem Einsetzen neu starten. Erst wenn das alles nichts bringt, lohnt der Blick auf die Spannung. Häufig entsteht eine Tiefentladung nach Monaten im ungeladenen Zustand, etwa über den Winter oder nach einem Urlaub, den das Rad mit fast leerem Akku überstehen musste.

Spannung messen und den Zustand einschätzen

Ein Multimeter gibt Auskunft darüber, ob sich weiterer Aufwand lohnt. Die Mindestspannung einer Lithium-Zelle liegt bei etwa 2,5 Volt. Bei einem 36-Volt-Akku mit zehn Zellen in Reihe besteht laut dem Fahrradportal Pedali oberhalb von etwa 20 bis 22 Volt eine Chance auf Reaktivierung, darunter ist der Schaden meist dauerhaft. Gemessen wird an den Ladekontakten, ohne diese je kurzzuschließen. Zeigt das Gerät null Volt, kann auch das Batteriemanagement den Ausgang gesperrt haben, dann gehört der Akku in die Werkstatt. Das Gehäuse öffnen sollten Sie nicht, schon wegen der Brandgefahr und weil damit meist jede Garantie erlischt. Notieren Sie sich den Messwert, denn er hilft später bei der Auskunft des Fachbetriebs.

Wie ein tiefentladener Akku wieder anspringen kann

Die Wiederbelebung gelingt nur in einem engen Fenster, und sie beginnt mit der einfachsten Variante. Viele Akkus lassen sich mit dem Originalladegerät wecken, weil dessen Elektronik auf genau diese Zellen abgestimmt ist. Was Sie dagegen unterlassen sollten, ist das Anklemmen eines Labornetzteils oder eines fremden Ladegeräts, um Spannung auf die Zellen zu zwingen. Pedali rät davon ausdrücklich ab, denn Lithiumbrände sind schwer zu löschen. Stellen Sie den Akku beim Laden auf eine nicht brennbare Fläche, weit weg von Vorhängen, Teppichen und Papierstapeln, und bleiben Sie in der Nähe. Schon diese Vorsicht macht aus einem Versuch ein vertretbares Vorgehen. Planen Sie dafür einen ruhigen Nachmittag ein, denn Eile verführt zu Abkürzungen, die später teuer werden.

Mit dem Originalladegerät und etwas Geduld

Stecken Sie den Akku am Rad oder in der Ladeschale an und schließen Sie das Ladegerät an. Reagiert die Anzeige nach einigen Minuten nicht, ziehen Sie alles ab und wiederholen den Vorgang an einer anderen Steckdose. Manche Profi-Ladegeräte bringen eine Trickle-Charge-Funktion mit, die den Akku mit sehr kleinem Strom langsam aus der Tiefe holt. Solche Geräte stehen in Fahrradwerkstätten, bei Privatleuten sind sie selten. Springt der Ladevorgang an, lassen Sie ihn vollständig durchlaufen und beobachten den Akku danach einige Tage. Verliert er rasch Spannung oder schaltet er unter Last ab, hat die Tiefentladung Zellen geschädigt. Dann gilt er als unsicher, selbst wenn er scheinbar wieder arbeitet.

Wenn der Fachbetrieb übernimmt

Bleibt das Ladegerät stumm, ist die Werkstatt der nächste Schritt. Dort wird der Akku ausgelesen, und bei manchen Modellen lassen sich einzelne defekte Zellen tauschen, statt das gesamte Paket zu ersetzen. Fragen Sie vorab nach dem Preis der Diagnose und ob er bei einer Reparatur angerechnet wird. Liegt noch Garantie oder Gewährleistung auf dem Rad, melden Sie den Schaden dem Händler, bevor jemand am Akku arbeitet. Ein Versuch kostet nichts. Bringen Sie den Kaufbeleg und, falls vorhanden, die Seriennummer des Akkus mit, das beschleunigt jede Auskunft und erspart Rückfragen. Rechnen Sie im Frühjahr, wenn alle Räder auf einmal in die Werkstatt rollen, mit Wartezeit, vor allem wenn Ersatzzellen bestellt werden müssen.

Richtig lagern, damit es nicht wieder passiert

Die Lagerung entscheidet über das Schicksal des Akkus. Empfohlen werden 40 bis 70 Prozent Ladestand, für die Winterpause eher 50 bis 60 Prozent, und zwar bei Raumtemperatur. Kälte unter 0 Grad und Hitze über 40 Grad setzen den Zellen zu, ein Keller mit Frost ist deshalb keine gute Wahl. Prüfen Sie den Stand alle vier bis sechs Wochen und laden Sie bei Bedarf auf etwa 50 Prozent nach. Das Portal bike-x rät außerdem, den Akku bei längerer Pause nicht unter 30 Prozent fallen zu lassen. Fahren Sie das Rad ohnehin selten, tragen Sie sich am besten einen Kalendereintrag ein, sonst geht der Termin im Frühjahrsstress unter.

Was ein Ersatzakku kostet und wann sich die Reparatur lohnt

Als grobe Spanne nennt Pedali für einen neuen Akku etwa 400 bis über 1000 Euro, je nach Modell. Dagegen steht die Lebensdauer: Ausgelegt sind die Zellen für 500 bis 1000 Ladezyklen, und jede Tiefentladung verkürzt diese Spanne. Rechnen Sie deshalb nüchtern. Kostet die Reparatur samt Diagnose einen großen Teil eines neuen Akkus und ist das Paket schon mehrere Jahre alt, wird der Ersatz meist die bessere Wahl sein. Bei einem jungen Akku mit wenigen Zyklen kann sich dagegen der Zellentausch lohnen. Der alte Akku gehört nie in den Hausmüll, sondern zum Händler oder zum Wertstoffhof. Fragen Sie beim Neukauf gleich nach der Rücknahme, viele Händler regeln das ohne Aufpreis.

Technik

Ebike Akku tiefentladen und was Sie jetzt tun können

Ein Ebike Akku, der tiefentladen ist, wirkt auf den ersten Blick tot: Das Ladegerät zeigt keine Reaktion, das Display bleibt dunkel, die Unterstützung fehlt. Meist steht das Rad dann nach einem langen Winter in der Garage. Der Schreck ist verständlich, denn ein Ersatzakku schlägt mit mehreren hundert Euro zu Buche. Voreilige Rettungsversuche verschlimmern die Lage dagegen schnell. Ob sich der Akku retten lässt, hängt von der Restspannung ab und davon, wie lange er so gelegen hat. Dieser Ratgeber erklärt, was im Inneren des Akkus passiert, welche Schritte vertretbar sind, welche Versuche gefährlich werden und wie Sie dem nächsten Mal vorbeugen. Die Zahlen stammen von Bosch, aus einem Fachportal und aus einem Sicherheitsbeitrag zum Thema Laden, Stand Oktober 2026.

Ebike Akku tiefentladen und was Sie jetzt tun können

Was bei einer Tiefentladung im Akku geschieht

Lithium-Akkus dürfen nur bis zu einer Mindestspannung entladen werden, die bei etwa 2,5 Volt pro Zelle liegt. Darunter laufen chemische Prozesse ab, die sich nicht umkehren lassen und Kapazität dauerhaft kosten oder den Akku ganz unbrauchbar machen. Im Gehäuse sitzt dafür ein Batteriemanagementsystem, kurz BMS, das den Akku normalerweise rechtzeitig abschaltet. Ganz ausgeschlossen ist ein Schaden damit nicht, denn auch ein abgeschalteter Akku entlädt sich langsam weiter. Bosch weist darauf hin, dass regelmäßiges Leerfahren und längere Lagerung im leeren Zustand die Lebensdauer verkürzen. Eine einzelne schwere Tiefentladung kann sie spürbar mindern. Gefährdet sind vor allem Akkus, die über Monate ungenutzt im Keller liegen, weil Kälte und Hitze über 40 Grad die Selbstentladung zusätzlich antreiben.

So erkennen Sie den Zustand

Der Verdacht liegt nahe, wenn das Ladegerät nichts anzeigt, obwohl Kabel, Steckdose und Stecker in Ordnung sind. Auch ein Rad, das sich nicht einschalten lässt, zählt dazu. Prüfen Sie zuerst das Einfache: Sitzt der Akku richtig, sind die Kontakte sauber, funktioniert das Netzteil an einem anderen Akku oder Rad? Erst danach kommt die Tiefentladung in Frage. Wichtig ist außerdem die Vorgeschichte: Stand das Rad lange, war es sehr kalt, oder wurde der Akku bis zur Abschaltung leergefahren und danach nicht geladen? Je mehr davon zutrifft, desto wahrscheinlicher hat das BMS abgeschaltet. Zeigt der Akku nach dem Laden nur kurz Leistung oder fällt die Anzeige schnell ab, deutet das auf geschädigte Zellen hin. Die Kapazität sinkt zudem mit dem Alter. Laut einem Fachportal sind es rund 500 bis 1.000 Ladezyklen, bis nur noch etwa 80 Prozent übrig sind.

Retten oder ersetzen

Bei einer leichten Tiefentladung kann ein Fachbetrieb den Akku manchmal wiederbeleben. Ein Multimeter zeigt die Restspannung. Bei einem 36-Volt-Akku mit zehn Zellen liegen die Chancen laut einem Fachportal bei etwa 20 bis 22 Volt Gesamtspannung, darunter ist der Schaden meist bleibend. Manche Spezialladegeräte laden zunächst mit sehr kleinem Strom vor, bis ein sicheres Niveau erreicht ist, und übergeben dann an das normale Laden. Einzelne defekte Zellen lassen sich bei manchen Akkus tauschen, was günstiger ist als der komplette Austausch. Ein neuer Akku kostet nach Angaben des Portals rund 400 bis über 1.000 Euro, daher lohnt sich eine Anfrage beim Händler, bevor Sie einen neuen Akku bestellen. Fragen Sie nach einem Kostenvoranschlag für die Prüfung und nach der Garantie, falls das Rad noch jung ist.

Was in Eigenregie erlaubt ist

Ohne Fachwissen bleibt wenig, und das ist gut so. Sie dürfen den Akku bei Raumtemperatur aufbewahren, die Kontakte mit einem trockenen Tuch säubern und das original Ladegerät erneut anschließen. Tut sich nach einigen Stunden nichts, ist Schluss mit den eigenen Versuchen. Ein Akku, der nach dem Anstecken warm wird, ohne dass die Anzeige reagiert, gehört sofort vom Netz. Bosch rät ausdrücklich davon ab, Akkus zu öffnen oder zu reparieren, und empfiehlt bei Defekten den Komplettaustausch. Lesen Sie die Spannung nur mit einem Multimeter an den Kontakten aus, falls Sie das sicher beherrschen. Fahren Sie das Rad nicht weiter, wenn der Akku Wärme entwickelt, aufquillt oder riecht, und stellen Sie ihn auf einen nicht brennbaren Untergrund an einen sicheren Ort im Freien. Berühren Sie austretende Flüssigkeit nicht mit bloßen Händen, sie kann die Haut reizen.

Was Sie auf keinen Fall tun sollten

Improvisierte Wiederbelebung gehört zu den gefährlichsten Fehlern. Fremdspannung aus einer Autobatterie, ein Bastelnetzteil oder ein Ladegerät eines anderen Herstellers kann Lithium-Akkus in Brand setzen. Auch das Laden eines beschädigten Akkus, etwa nach einem Sturz, sollte nur unter Aufsicht erfolgen, weil Lithium-Zellen empfindlich auf Stöße reagieren und äußerlich unversehrt wirken können. Haufe empfiehlt in einem Beitrag zur Sicherheit, das Ladegerät auf einer feuerfesten Unterlage wie einer Fliese zu betreiben, den Stecker nach dem Laden zu ziehen und nur in Räumen mit Rauchmelder zu laden. Ein verbrauchter oder defekter Akku gehört weder in den Hausmüll noch in den Batteriesammelbehälter. Fachhändler nehmen ihn nach Bosch Angaben kostenlos zurück, beschädigte Akkus lagern Sie mit abgeklebten Kontakten im Freien. Klären Sie die Abgabe vorher kurz telefonisch mit dem Händler.

Der nächste Winter kommt bestimmt

Der beste Schutz vor einer Tiefentladung ist die richtige Lagerung. Bosch nennt als Ladezustand für die Pause etwa 30 bis 60 Prozent und eine Temperatur um 20 Grad, nicht unter 10 und nicht über 40 Grad. Ein Fachportal empfiehlt, alle vier bis sechs Wochen nachzusehen und bei Bedarf auf rund 50 Prozent nachzuladen. Das ist schnell erledigt, wenn Sie einen Termin im Kalender eintragen. Bosch ergänzt, der Akku solle trocken lagern und erst kurz vor der Fahrt wieder ins Rad. Stellen Sie den Akku also nicht neben die Heizung und nicht in den ungeheizten Schuppen, sondern in einen Flur oder Abstellraum mit Zimmertemperatur.

  • Akku vor dem Einlagern auf 40 bis 60 Prozent bringen.
  • Trocken und frostfrei bei Zimmertemperatur aufbewahren.
  • Im Monatsrhythmus den Ladestand kontrollieren.
  • Nach einem Sturz nur unter Aufsicht laden.
Internet

Fritzbox kann nicht raustelefonieren und woran das liegt

Wenn die Fritzbox nicht raustelefonieren kann, äußert sich das auf verschiedene Weise: Mal tutet es gar nicht, es meldet sofort besetzt, oder nach der Nummer kommt Stille. Eingehende Gespräche funktionieren dabei manchmal ganz normal. Das spricht gegen einen Totalausfall der Box und für eine Einstellung, die nur die Wahl nach außen betrifft. Dieser Ratgeber geht die Ursachen in der Reihenfolge durch, in der sie sich am schnellsten ausschließen lassen, und nennt die Menüpunkte der FRITZ!Box-Oberfläche. Beschriftungen können je nach FRITZ!OS leicht abweichen.

Fritzbox kann nicht raustelefonieren und woran das liegt

Erst den Status der Rufnummer lesen

Bevor Sie irgendetwas ändern, schauen Sie nach, ob die Nummer beim Anbieter überhaupt angemeldet ist. Unter Telefonie und Eigene Rufnummern zeigt die Box, wie viele Nummern aktiv und wie viele davon registriert sind. Steht dort sinngemäß, dass eine Nummer aktiv, aber keine registriert ist, erreicht die Box den Anbieter nicht oder wird abgewiesen. Im Ereignisprotokoll unter System finden Sie dazu meist die Ursache, etwa einen DNS-Fehler, eine Zeitüberschreitung oder einen Fehlercode zwischen 401 und 508. Laut AVM-Anleitung sind genau solche Meldungen der häufigste Hinweis. Notieren Sie die Zeile samt Uhrzeit, sie hilft später dem Anbietersupport. Erscheint nach jedem Neustart derselbe Fehlercode, ist die Ursache stabil und lässt sich schneller eingrenzen als bei einem Ausfall, der nur sporadisch auftritt.

Einstellungen, die das Wählen verhindern

Ist die Nummer registriert, aber das Telefon bleibt stumm, liegt der Fehler fast immer in der Zuordnung. Unter Telefoniegeräte muss beim betroffenen Gerät eine ausgehende Rufnummer gewählt sein, sonst weiß die Box nicht, über welchen Anschluss sie wählen soll. Ein Erfahrungsbericht aus der Community eines Anbieters beschreibt genau das: Nach dem Neuanlegen der Nummer registrierte sich die Leitung erst, als im Feld für die Anmeldung der SIP-Benutzername stand statt der Telefonnummer. Danach fehlte nur noch die Auswahl der ausgehenden Nummer pro Gerät. Prüfen Sie außerdem die Standortangaben, also Land, Ländervorwahl und Ortsvorwahl, denn falsche Vorwahlen verfälschen jede gewählte Nummer.

Die Reihenfolge der Fehlersuche

Die AVM-Anleitung empfiehlt, nach jedem Schritt zu testen, ob das Problem verschwunden ist. Das spart Arbeit, denn häufig reicht schon der erste oder zweite Punkt. Sortiert ist die Liste nach Aufwand, vom schnellen Blick in die Einstellungen bis zum Neuanlegen von Nummer und Gerät.

  1. Land, Ländervorwahl und Ortsvorwahl unter Telefonie, Telefonnummern, Leitungseinstellungen prüfen.
  2. Die Box neu starten, über System, Sicherung, Neustart.
  3. Unter Rufbehandlung nachsehen, ob Sperren für abgehende Rufe eingetragen sind.
  4. Die Rufnummer löschen und mit dem richtigen Anbieter neu einrichten.
  5. Das Telefon unter Telefoniegeräte löschen und über den Assistenten neu anlegen.
  6. Bei schnurlosen Telefonen die HD-Telefonie abschalten.

Löschen Sie Rufnummer oder Gerät erst, wenn Sie die Zugangsdaten zur Hand haben, denn ohne sie gelingt die Neueinrichtung nicht. Bei Anbietern mit SIP-Zugang stehen die Daten im Anmeldebrief oder im Kundenportal. Halten Sie vorher außerdem schriftlich fest, welche Rufnummern den Telefonen zugeordnet sind.

Wenn nur manche Nummern nicht gehen

Funktionieren Ortsgespräche, aber bestimmte Ziele nicht, liegt es selten an der Box. Sperren in der Rufbehandlung betreffen einzelne Nummern oder ganze Bereiche und werden gern vergessen, etwa nach einer Einrichtung für Kinder. Meldet das Protokoll den Fehler 488, hat der Anbieter den Anruf abgelehnt. Ursachen sind ein nicht unterstützter Codec, eine nicht erlaubte Zielnummer, zum Beispiel eine Premiumnummer, oder mehrere gleichzeitige Gespräche auf einer Leitung. Das lässt sich nach Angaben von AVM nicht an der Box beheben, hier muss der Anbieter ran. Rufen Sie dort an, nennen Sie die Zielnummer und den Zeitpunkt des Fehlers. Hilfreich ist auch der Hinweis, dass andere Ziele ohne Probleme erreichbar sind.

Das Telefon selbst als Fehlerquelle

Liegt die Registrierung in Ordnung und stehen Zuordnung und Sperren richtig, bleibt als Verdächtiger das Endgerät übrig. Hier gibt es zwei verbreitete Stolpersteine, die in der AVM-Anleitung ausdrücklich genannt werden: die falsche Wahlart bei Analogtelefonen und die HD-Telefonie bei Schnurlosgeräten. Beides lässt sich in wenigen Minuten ausprobieren und bei Misserfolg ohne Folgen zurücknehmen, ein Risiko für die übrigen Einstellungen besteht nicht. Ein Vergleichsgerät hilft weiter. Stecken Sie ein zweites Telefon an denselben Anschluss oder nutzen Sie ein Smartphone mit der Box-App, dann sehen Sie sofort, ob die Leitung selbst arbeitet oder nur ein einzelnes Gerät. Die beiden folgenden Abschnitte erklären beide Fälle.

Ältere Analogtelefone und die Wahlart

Analoge Geräte aus der Schublade sind häufig noch auf Impulswahl gestellt. Die Fritzbox erwartet Töne, das Telefon sendet Impulse, und heraus kommt nichts oder eine falsche Nummer. Schalten Sie das Gerät auf Tonwahl um. Wie, steht in der Anleitung des Telefons, meist ist es ein kleiner Schalter oder eine Tastenfolge im Menü. AVM weist darauf hin, dass sich bei Impulswahl kein einwandfreier Betrieb zusichern lässt. Hören Sie im Hörer einen internen Wählton, aber keinen externen, deutet das auf eine fehlende Amtsholung hin und damit wieder auf Zuordnung oder Registrierung. Ein defekter Anschluss an der Box ist die letzte Erklärung, die sich ausschließen lässt, deshalb probieren Sie zuerst einen anderen Anschluss oder ein anderes Gerät.

Schnurlose Telefone und HD

Bei DECT-Telefonen sorgt die HD-Telefonie gelegentlich für Probleme, wenn Basis und Anbieter den Codec unterschiedlich aushandeln. Öffnen Sie unter Telefoniegeräte das Bearbeiten-Symbol des Mobilteils, wechseln Sie zum Reiter Telefoniegerätefunktionen und wählen Sie bei HD die Option deaktiviert. Eventuell müssen Sie dafür erst die erweiterte Ansicht einschalten. Bleibt das Problem bestehen, melden Sie das Mobilteil probehalber neu an der Box an. Dazu entfernen Sie es zuerst aus der Liste der Telefoniegeräte und starten dann die Anmeldung am Mobilteil mit der PIN der Box. Funktioniert danach ein Anruf, lassen Sie die Einstellung dauerhaft so und beobachten Sie die Verbindungsqualität. Klingt die Stimme dünner als vorher, ist das der Preis für den Verzicht auf HD.

Wann die Box oder der Anbieter schuld ist

Sind alle Schritte durch und registriert sich die Nummer weiterhin nicht, wenden Sie sich an den Anbieter. Lassen Sie Nummer und Zugangsdaten prüfen, denn manchmal ist die Telefonie dort nicht freigeschaltet oder die Zugangsdaten wurden geändert. Ein Forenbericht schildert zudem einen seltenen Fall: Bei einer gebrauchten Box, die zuvor nur an einem ISDN-Anschluss lief, blieb jeder Einstellungsversuch erfolglos, am Ende hielt der AVM-Support das Gerät für defekt und schickte Ersatz. Das bleibt ein Einzelfall, ist aber ein Grund, bei Gebrauchtkäufen die Rückgabe nicht zu verpassen. Vor einem Werksreset sichern Sie die Einstellungen, sonst sind auch WLAN und Portfreigaben weg.

Haushalt

Laminat ohne Trittschalldämmung verlegen und wann das gut geht

Laminat ohne Trittschalldämmung verlegen klingt nach einer einfachen Sparrunde, und in manchen Fällen geht es tatsächlich gut. Meist steckt die Dämmung dann bereits in der Rückseite der Dielen. Trotzdem melden sich regelmäßig Leute, die nach wenigen Wochen ein Klackern hören, das bis in die Wohnung darunter reicht. Dieser Ratgeber erklärt, wann eine lose Unterlage entfallen darf, wo der Ärger beginnt und was bei Estrich, Fußbodenheizung und Mietwohnung zusätzlich zählt. Am Ende steht eine kurze Entscheidungshilfe für Ihren Raum, damit Sie vor dem Kauf wissen, welcher Aufbau zu Ihrem Haus passt und welcher Ärger nach sich zieht.

Laminat ohne Trittschalldämmung verlegen und wann das gut geht

Wann es ohne lose Unterlage klappt

Viele Klick-Laminate verlassen das Werk mit einer aufgeklebten Dämmschicht auf der Rückseite. Bei diesen Paneelen ist eine zweite Matte überflüssig, in manchen Verlegeanleitungen sogar untersagt, weil ein zu weicher Aufbau die Klickverbindungen belastet. Drehen Sie eine Diele um und lesen Sie im Datenblatt nach, ob die Schicht ausdrücklich als Trittschalldämmung ausgewiesen ist. Fehlt sie, haben Sie blankes Laminat vor sich, und dann spricht fast alles für eine Unterlage. Ein Forenbeitrag aus dem Jahr 2001 trennt den Effekt sauber: Eine Kaschierung mildert vor allem den Klang im Raum selbst, eine Trittschallunterlage dagegen den Schall, der nach unten wandert. Beides ist nicht dasselbe, und genau hier entsteht der Irrtum. Achtet man nur auf die Rückseite, landet schnell das falsche Paket im Wagen.

Was ohne Dämmung im Zimmer und darunter passiert

Blankes Laminat liegt schwimmend auf dem Untergrund und schwingt wie eine dünne Platte. Jeder Schritt wird hörbar, im Zimmer als hohles Klacken, im Stockwerk darunter als dumpfes Dröhnen. In Mehrfamilienhäusern ist das ein häufiger Anlass für Streit mit den Nachbarn. Dazu kommt der mechanische Teil: Kleine Unebenheiten im Estrich gleicht keine Matte aus, die Dielen biegen sich an den Stößen, und die Klickprofile ermüden schneller. Ein Probelauf mit Schuhen auf dem Ausstellungsstück im Baumarkt sagt wenig aus, denn er gibt nur den Gehklang an der Oberfläche wieder, nicht die Übertragung nach unten. Ob ein Aufbau den Schallschutz einhält, belegt allein ein Prüfzeugnis des Herstellers, nicht der Verkaufsprospekt. Lassen Sie sich das Dokument im Fachhandel zeigen, bevor Sie bezahlen, und prüfen Sie, ob es zum gewählten Dekor und zur Stärke gehört.

Der Untergrund redet ein Wort mit

Ohne Unterlage fällt jeder Fehler im Boden unmittelbar auf das Laminat zurück. Der Estrich sollte sauber gefegt, tragfähig und frei von Wellen sein, am besten prüfen Sie ihn mit einer langen Richtlatte. Fachforen nennen als Faustregel nur wenige Millimeter Abweichung auf zwei Metern, verbindlich ist die Angabe in der Verlegeanleitung Ihres Laminats. Löcher und Kuhlen füllen Sie vorher mit Spachtelmasse, lose Farbreste und Kleberinseln schleifen Sie ab. Zur Wand hin brauchen die Dielen Luft, üblich sind rund acht bis zehn Millimeter Dehnungsfuge, die der Hersteller genau vorgibt. Halten Sie diese Fuge zu knapp, entstehen Wellen und Knackgeräusche, auch wenn die Dämmung stimmt. Zwei weitere Punkte hängen am Untergrund und entscheiden über Schimmel und Wärmestau: die Feuchte und die Heizung, falls im Boden eine liegt.

Feuchte aus Estrich und Beton

Auf mineralischem Untergrund gehört unter das Laminat eine Feuchtesperre, und zwar auch dann, wenn die Dämmung ab Werk vorhanden ist. Üblich ist eine PE-Folie mit mindestens 0,2 Millimetern Dicke, deren Bahnen sich um etwa 20 Zentimeter überlappen und an der Wand rund 10 Zentimeter hochgezogen werden. Davor steht die Messung der Restfeuchte. Für Zementestrich wird häufig ein Wert unter 2 CM-Prozent verlangt, bei Anhydritestrich gelten andere Grenzen. Steigt Feuchtigkeit in die Trägerplatte, quellen die Kanten auf, und im schlimmsten Fall bildet sich Schimmel unter dem Boden. Sind Sie unsicher, lassen Sie die Messung vom Estrichleger oder Bodenleger erledigen. Die Messung kostet wenig und erspart im Ernstfall den kompletten Rückbau des Bodens.

Laminat auf Fußbodenheizung

Mit Heizung im Boden wird jede zusätzliche Schicht zum Wärmehindernis. Deshalb steht die Freigabe des Laminatherstellers an erster Stelle, bei einer elektrischen Fußbodenheizung zusätzlich die des Heizungsherstellers. In Fachforen wird häufig ein Wärmedurchlasswiderstand von höchstens 0,15 m²K/W für den gesamten Belag samt Unterlage genannt, maßgeblich bleibt aber nur das Datenblatt. Eine fehlende lose Matte spart Wärmewiderstand und hilft der Heizleistung, kostet aber Schallschutz. Vor der Verlegung muss der Estrich aufgeheizt und abgebunden sein, dazu gehört das Aufheizprotokoll. Später heizen Sie langsam an und halten die Oberflächentemperatur unter dem Wert aus der Herstellerangabe. Dicke Zwischenschichten wie Sperrholz sind tabu, weil sie die Wärme ausbremsen und die Heizung träge machen.

Mietwohnung und Hausordnung

In einem Mietshaus oder einer Eigentumsanlage zählt nicht allein Ihr Geschmack. Mietvertrag, Hausordnung und gegebenenfalls die Teilungserklärung können Vorgaben zum Bodenbelag enthalten, häufig verbunden mit einem verlangten Schallschutz. Wird ohne Dämmung verlegt und kommen danach Beschwerden, muss im Zweifel nachgerüstet werden, und dafür wird der neue Boden wieder aufgenommen. Bewahren Sie deshalb Datenblatt, Prüfzeugnis und Kaufbeleg auf, denn sie dokumentieren, was verbaut wurde. Klären Sie vor dem Kauf beim Vermieter oder der Hausverwaltung nach, am besten schriftlich. Eine Mail genügt, und sie kann Wochen an Streit ersparen. Heben Sie auch die Antwort auf. Eine Rechtsberatung ersetzt dieser Text nicht, bei Auseinandersetzungen hilft ein Fachanwalt für Mietrecht weiter.

Entscheidungshilfe für Ihren Raum

Drei Fragen genügen meist, um den Weg zu finden. Hat das Laminat eine geprüfte Dämmschicht an der Rückseite? Wie fest und trocken ist der Untergrund? Wohnt jemand unter Ihnen? Die Antworten lassen sich in vier Fälle zusammenfassen, die in der Praxis am häufigsten auftreten:

  • Dämmung ab Werk, trockener Estrich, Folie darunter: Verlegung ohne zweite Matte ist in Ordnung.
  • Erdgeschoss mit Keller darunter und ungedämmtem Laminat: möglich, aber mit hohlem Klang im Raum.
  • Etagenwohnung und ungedämmtes Laminat: besser nicht, Ärger ist wahrscheinlich.
  • Fußbodenheizung: erst Freigaben einholen, dann den Aufbau planen.

Wird doch eine Matte nötig, passt etwa eine Trittschalldämmung mit integrierter Dampfsperre, die beide Aufgaben in einem Arbeitsgang erledigt.

Auto & Motorrad

Ist ein großes Auto ein Statussymbol für einen kleinen Penis

Der Spruch ist so alt wie das Autofahren selbst. Jeder, der mit dröhnendem Motor vorfährt, muss irgendetwas kompensieren, heißt es an jedem Stammtisch. Inzwischen haben Psychologen die Frage tatsächlich untersucht. Interessanter als der Witz sind die Ergebnisse, und sie fallen weniger eindeutig aus, als manche Schlagzeile vermuten lässt.

Ist ein großes Auto ein Statussymbol für einen kleinen Penis

Woher das Klischee kommt

Hinter dem Spott steckt eine alte Beobachtung der Konsumforschung. Solche Sprüche leben davon, dass sie sich merken lassen und niemand sie belegen muss. Güter, die vor allem gesehen werden sollen, dienen als Signal. Ein Auto steht dafür sehr gut zur Verfügung, denn es parkt vor dem Haus, fährt durch die Stadt und lässt sich von jedem Nachbarn beurteilen. Der Ökonom Thorstein Veblen beschrieb schon 1899 das demonstrative Verschwenden als Mittel, Rang zu zeigen. Dass ausgerechnet das Körperliche dazugedichtet wurde, liegt an einer simplen Denkfigur: Zeigt jemand auffällig viel, hat er angeblich anderswo etwas zu verbergen. Ob dieser Schluss trägt, lässt sich nicht am Stammtisch klären, sondern nur im Experiment.

Was die Studie vom University College London tatsächlich zeigt

Neu ist die Frage nicht, sauber geprüft wurde sie aber selten. Ein Team um den Psychologen Daniel Richardson vom University College London hat sie 2023 als Vorabfassung veröffentlicht, sie trägt den Titel „The Psychology of Fast Cars and Small Penises“. Sie ist damit weder abgeschlossen noch von unabhängigen Gutachtern geprüft. An 200 Männern zwischen 18 und 74 Jahren prüften die Forscher, ob das Gefühl, körperlich unterdurchschnittlich zu sein, die Lust auf einen Sportwagen steigert. Breit zitiert wurden die Ergebnisse, häufig stark vereinfacht und gern mit dem Satz überschrieben, nun sei das Klischee bewiesen. Beweisen kann ein einzelnes Experiment mit dieser Methodik nichts, es kann nur einen Zusammenhang nahelegen, den andere Teams erst bestätigen müssten. Deshalb lohnt der genaue Blick auf das, was die Teilnehmer tatsächlich erlebten.

Der Versuchsaufbau

Den Teilnehmern hatte man gesagt, es gehe um Online Multitasking, also darum, nebenbei Produkte zu bewerten. Zwischendurch lasen sie eine angebliche Durchschnittsangabe zur Penislänge. Einer Gruppe nannte man 18 Zentimeter, einer zweiten die tatsächlich in Studien ermittelte Zahl von rund 13,1 Zentimetern, einer dritten nur 10. Danach bewerteten alle, wie gern sie bestimmte Dinge besitzen würden. Absichtlich setzten die Forscher auf diese Täuschung, weil sie Selbstauskünfte zur Körpergröße für unzuverlässig halten. Hätte man schlicht gefragt, wie groß die Männer selbst sind, wären Prahlerei und Verlegenheit in die Antworten geflossen. Mit einer erfundenen Vergleichszahl lässt sich dagegen verändern, wie sich jemand fühlt, ohne dass er es merkt.

Ergebnis und Grenzen

Männer mit der Zahl 18 fanden einen Sportwagen deutlich begehrenswerter als die Kontrollgruppe, bei Männern mit der Zahl 10 sank das Interesse. Bei teuren Uhren oder Sonnenbrillen trat der Effekt nicht auf, ab etwa 29 Jahren wurde er stärker. Gemessen wurde allerdings nur das Gefühl, kleiner dazustehen, nicht die echte Körpergröße, und ob sich das im echten Leben genauso zeigt, bleibt offen. Gruppengrößen und Kennwerte nennen die Berichte kaum, und es blieb bei einem einzigen Experiment mit einer einzigen Produktart. Ob der Effekt länger anhält als die Minuten im Labor, geht aus den Berichten nicht hervor. Aussagekräftig wäre erst eine Wiederholung durch ein anderes Team, am besten mit mehr Teilnehmern und weiteren Autotypen.

Groß ist nicht gleich schnell

Das Experiment sagt etwas über Sportwagen, nicht über große Autos. Genau hier verrutscht die Diskussion häufig. Ein Geländewagen oder SUV hat mit Rennstrecken wenig zu tun, trotzdem wächst seine Zahl auf den Straßen enorm. 2013, als das Kraftfahrt-Bundesamt das Segment erstmals gesondert auswies, lag der Anteil bei 8,3 Prozent der Neuzulassungen. In den ersten acht Monaten 2025 war es etwa ein Drittel, bei den Elektroautos sogar knapp die Hälfte. Dass jeder dritte Neuwagenkäufer ein Selbstwertproblem kompensiert, wäre eine kühne Behauptung. Käufer nennen selbst andere Gründe, und die lohnen einen Blick. Hinzu kommt, dass große Autos eine Eigendynamik haben: Je mehr davon fahren, desto kleiner wirkt der eigene Wagen daneben, und desto stärker wächst der Druck, nachzuziehen. Mit Körpergefühl hat das wenig zu tun, mit Auffälligkeit im Straßenbild viel.

Was SUV Käufer selbst als Gründe nennen

Eine Umfrage von YouGov aus dem Jahr 2025 fragte nach Kaufmotiven und nach Kritik. Beides zeichnet ein nüchternes Bild:

  • Höhere Sitzposition und bessere Übersicht nannten 50 Prozent der Befragten.
  • Mehr Platz für Familie und Gepäck war für 36 Prozent ein Argument.
  • Komfort gaben 34 Prozent an, Sicherheit auf schwierigen Strecken 30 Prozent.
  • Status und Image landeten bei nur 8 Prozent.
  • Als größte Kritikpunkte standen der Platzbedarf in Städten (52 Prozent) und der hohe Verbrauch (49 Prozent) vorn.
  • Statusdenken als Eigenschaft von SUV Fahrern kritisierten 26 Prozent.

An der Selbstauskunft hängt ein Haken: Offen mit Status begründet kaum jemand seine Kaufentscheidung. Eine ältere Herstellerumfrage von Ford aus 2016 unter 5.000 Befragten in fünf Ländern sah ein Drittel der Millennials im SUV ein Erfolgssymbol, deutlich mehr als heute. Beides sind Umfragen, keine Messungen, und die Ford Studie stammt von einem Hersteller mit eigenem Interesse. Auffällig ist, dass die Befragten Status eher bei anderen vermuten als bei sich selbst, was bei Eitelkeitsthemen häufig so ausfällt.

Der Porsche und der Honda Civic

Gut belegt ist ein anderer Befund. Psychologinnen und Psychologen um Jill Sundie veröffentlichten 2011 im Journal of Personality and Social Psychology eine Studienreihe mit knapp 1.000 Teilnehmern. Frauen bewerteten Männer, die entweder einen Porsche oder einen Honda Civic gekauft hatten. Für ein Date wirkte der Mann mit dem Luxusauto attraktiver, als Ehepartner brachte ihm der Sportwagen keinen Vorteil. Aus dem Prunk schlossen die Probandinnen auf Interesse an unverbindlichen Beziehungen. Die Autoren sprechen von einem sexuellen Signalsystem wie beim Pfauenrad. Ein Beweis für Kompensation ist das nicht, sondern ein Hinweis auf Werbeverhalten. Interessant ist zudem, dass Frauen in derselben Studienreihe kein auffälliges Ausgabeverhalten zeigten, um Männer zu beeindrucken. Das Signal wirkt also in erster Linie dort, wo Männer um Aufmerksamkeit werben, und auch nur bei kurzfristigen Absichten. Vom teuren Auto zum sicheren Hafen führt demnach kein Weg, zumindest nicht in den Köpfen der Befragten.

Was sich daraus für den Autokauf ableiten lässt

Vom einzelnen Fahrer lässt sich nichts ablesen. Der Mann im SUV kann Eltern von drei Kindern sein, die ein Kindersitz Trio unterbringen müssen, oder jemand mit Rückenproblemen, der hohes Einsteigen schätzt. Statistisch zeigt sich im besten Fall ein Zusammenhang zwischen dem Gefühl, unterlegen zu sein, und dem Verlangen nach einem schnellen Auto. Das erklärt einen kleinen Teil des Marktes, aber kein Verhalten von Millionen. Vor einem eigenen Kauf lohnt ehrliches Rechnen: Passt das Auto in die Garage, wie hoch fallen Verbrauch, Versicherung und Reifen aus, und welche Wirkung wünscht man sich überhaupt? Meistens verrät die Antwort auf die letzte Frage mehr als jede Studie.


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