Powerbank ungenutzt lagern und wie lange der Akku durchhält

Das Ergebnis vorab

Eine Powerbank verliert im Ruhezustand grob zwei bis drei Prozent ihrer Ladung im Monat. Gute Geräte halten mehrere Monate durch, ohne Schaden zu nehmen, sofern der Akku vor dem Einlagern halb voll ist und das Gerät kühl liegt. Alle drei Monate kurz nachladen genügt.

Bei einer Powerbank, die ungenutzt in der Schublade liegt, zählt weniger die Zeit selbst als der Zustand, in dem sie dort landet. Ein Akku, der leer oder randvoll eingelagert wird, altert schneller als einer mit mittlerer Füllung. Wie lange die Powerbank ohne Nutzung durchhält, lässt sich deshalb nicht in Tagen beantworten, sondern nur mit einem Blick auf Ladestand, Temperatur und Qualität des Geräts.

Was im Ruhezustand mit dem Akku passiert

In einer Powerbank stecken Lithium Ionen Zellen, und die verlieren auch ohne Verbraucher langsam Energie. Als Normalwert nennt ein großer Zubehörhersteller etwa zwei bis drei Prozent pro Monat. Hinzu kommt der Ruhestrom der kleinen Elektronik im Gehäuse, die den Ladestand misst und Schutzfunktionen bereithält. Bei billigen Geräten ist dieser Eigenverbrauch deutlich höher, und genau dort entstehen die Berichte über Powerbanks, die nach wenigen Wochen leer sind.

Die Quellen bleiben bei der Haltbarkeit der Ladung uneinheitlich. Ein Hersteller schreibt, die meisten Geräte behielten bis zu einem Monat rund 80 bis 90 Prozent ihrer Ladung, merkliche Verluste träten nach einigen Monaten auf. Rechnet man die genannten zwei bis drei Prozent hoch, kommt man nach sechs Monaten auf etwa 12 bis 18 Prozent Verlust, also deutlich weniger, als die Aussage zum ersten Monat vermuten lässt. Vermutlich unterscheiden sich die Geräte schlicht stark. Sie können das an Ihrem eigenen Modell testen: Laden Sie es voll, legen Sie es vier Wochen weg und schauen Sie dann nach der Anzeige.

Gefährlich wird weniger der langsame Ladungsverlust als die Tiefentladung. Fällt die Spannung einer Zelle über längere Zeit sehr tief, kann sie dauerhaft Kapazität verlieren, und manche Schutzschaltungen verweigern danach das Laden. Eine Powerbank, die leer im Schrank liegt und dort noch ein halbes Jahr weiter Strom zieht, ist der klassische Fall.

So lagern Sie die Powerbank richtig ein

Das Ziel beim Einlagern ist ein Ladestand um die 50 Prozent, als Spanne gelten 40 bis 60. Bei vier LEDs am Gehäuse entspricht das ungefähr zwei leuchtenden Punkten. Auf vollem Stand steht die Zelle unter höherer Spannung, und das beschleunigt die Alterung, ein leerer Akku wiederum rutscht bei der Selbstentladung in den kritischen Bereich. Mit der Mitte fahren Sie in beiden Richtungen am sichersten.

Der Lagerort ist genauso wichtig. Kühl und trocken ist die Faustregel, ein Schrank im Wohnbereich ist besser als Dachboden, Keller oder Garage. Zu meiden sind das aufgeheizte Auto im Sommer, der Fensterbrettplatz mit Sonne und das Badezimmer mit seiner Feuchte. Hitze beschleunigt die Selbstentladung und die chemische Alterung, Kälte senkt vorübergehend die nutzbare Leistung. Vom Kühlschrank rate ich ab, weil beim Herausnehmen Kondenswasser an Anschlüssen entstehen kann.

Alle drei Monate sollten Sie die Powerbank für etwa 15 Minuten ans Netz hängen. Das reicht, um die Spannung oben zu halten und eine Tiefentladung zu verhindern. Tragen Sie sich den Termin im Kalender ein, denn ein Gerät in der Schublade vergisst man schneller, als man denkt. Bei sehr langer Einlagerung über ein halbes Jahr prüfen Sie das Gehäuse zusätzlich auf Wölbungen, bevor Sie es wieder anschließen.

Wie lange eine Powerbank ungenutzt durchhält

Unabhängig von der Ladung altert jede Lithium Zelle auch dann, wenn sie nie benutzt wird. Fachleute sprechen von kalendarischer Alterung, und sie schreitet bei Wärme schneller voran als bei Kühle. Erfahrungsberichte aus Foren schildern, dass Powerbanks nach zwei bis drei Jahren Liegezeit einen merklichen Teil ihrer Kapazität eingebüßt haben, belastbare Messreihen dazu fehlen allerdings in den gelesenen Quellen. Ein Gerät aus der Schublade ist daher nie so gut wie ein frisches, selbst wenn die Anzeige beim ersten Laden volle Balken zeigt.

Zeiträume lassen sich nur als Richtwerte angeben. Die folgende Tabelle ordnet ein, womit Sie bei einem Gerät mittlerer Qualität rechnen können, wenn es halb voll und kühl gelagert wurde.

LagerdauerZu erwartender ZustandNächster Schritt
Bis 1 MonatLadung weitgehend erhaltenEinfach benutzen
1 bis 3 MonateSpürbarer Verlust, Gerät läuft aberVor dem Einsatz voll laden
3 bis 6 MonateTeilladung, bei einfachen Modellen kaum noch RestMindestens einmal zwischendurch nachladen
Über 6 MonateDeutlich entleert, Tiefentladung wahrscheinlichVor dem Laden Gehäuse und Anschlüsse prüfen, danach einen Testzyklus fahren

Nach der Lagerung lohnt ein kurzer Kapazitätstest. Laden Sie die Powerbank voll, entladen Sie sie über ein Handy oder einen Verbraucher mit bekannter Leistung und vergleichen Sie die gelieferte Energie mit der Herstellerangabe. Auf dem Etikett steht meist die Zellkapazität, nutzbar ist durch Wandlungsverluste nur ein Teil davon, und bei gealterten Zellen sinkt dieser Anteil weiter. Fällt das Ergebnis weit unter die Hälfte der Angabe, ist die Zeit für ein Ersatzgerät gekommen.

Bläht sich das Gehäuse auf, riecht die Powerbank merkwürdig oder wird sie beim Laden ungewöhnlich heiß, hören Sie sofort auf, sie zu benutzen. Solche Geräte gehören zur Sammelstelle für Altbatterien oder zum Wertstoffhof, nicht in den Hausmüll. Bei Unsicherheit hilft eine Nachfrage beim Hersteller oder Händler.

Spielt die Marke bei der Selbstentladung eine Rolle
Ja, denn Qualitätszellen und eine sparsame Steuerplatine halten die Ladung merklich länger. Zahlen für einzelne Modelle liefern meist nur unabhängige Tests. Ein Blick in Testberichte lohnt, bevor Sie eine Powerbank für den Notfallkoffer anschaffen.
Gehört die Powerbank in den Notfallrucksack
Als Reserve für den Ernstfall taugt sie nur, wenn Sie den Ladestand regelmäßig prüfen. Legen Sie einen festen Termin fest, etwa beim Wechsel der Uhrzeit im Frühjahr und Herbst, und laden Sie dann kurz nach.
Kann ich die Powerbank dauerhaft am Ladegerät lassen
Empfehlenswert ist das nicht. Dauerhaft volle Zellen altern schneller, und ein defektes Netzteil wäre unbeaufsichtigt ein Risiko. Besser ist es, den Stecker nach dem Laden zu ziehen und das Gerät bei Bedarf wieder zu füllen.

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