Ein leerer Handyakku mitten im Konzert ärgert doppelt, denn das Ticket liegt häufig als QR Code im Gerät. Deshalb steht bei vielen Besuchern die Powerbank auf der Packliste. Ob Sie die Powerbank zum Konzert mitnehmen dürfen, regelt allerdings kein einheitliches Gesetz, sondern die Hausordnung des Veranstalters, und die fällt von Halle zu Halle verschieden aus.

Was die Hausordnungen tatsächlich regeln
Ich habe für diesen Beitrag mehrere veröffentlichte Hallenordnungen angeschaut und die Hausordnung der Osnabrückhalle genauer gelesen. Eine Powerbank taucht dort als Gegenstand nicht auf. Verboten sind Waffen, Gegenstände, die als Wurfgeschoss taugen, Pfefferspray, Druckbehälter mit brennbaren Gasen, zerbrechliche Behälter, Pyrotechnik, mitgebrachte Speisen und Getränke sowie Aufnahmegeräte ohne Zustimmung des Veranstalters. Taschen und mitgeführte Behältnisse dürfen durchsucht werden, und je nach Art der Veranstaltung kann das Mitbringen von Taschen ganz untersagt sein. Verweigern Besucher die Kontrolle, können sie ohne Erstattung des Eintrittspreises ausgeschlossen werden.
Das ist ein Beispiel und kein Freibrief. Ein Hinweis auf einer Festival Seite von Anker besagt, dass Powerbanks auf Tagesfestivals in der Regel erlaubt sind, der Haken liegt im Nachsatz: Die offiziellen Regeln haben immer Vorrang. Eine allgemeine, belegte Regel von Anbietern wie Konzerthallen, nach der Powerbanks pauschal untersagt wären, fand ich nicht. Auf Annahmen verlassen sollten Sie sich trotzdem nicht. Lesen Sie die Besucherinformation auf der Seite der Location und die Hinweise in der Ticketmail, vor allem den Abschnitt zu Taschengrößen. Gibt es dort nichts zur Powerbank, hilft eine kurze Anfrage beim Veranstalter, die Antwort speichern Sie am besten als Screenshot.
Kapazität richtig lesen und passend wählen
Auf dem Gehäuse steht meist die Angabe in Milliamperestunden, doch bei Regeln, die Akkus begrenzen, zählt die Energie in Wattstunden. Die Umrechnung ist einfach: mAh mal Nennspannung geteilt durch 1000. Bei den üblichen 3,7 Volt ergeben 10.000 mAh also rund 37 Wh. Manche Hersteller nennen die Wattstunden zusätzlich auf dem Typenschild, das erspart die Rechnung.
Wie viel Kapazität nötig ist, hängt davon ab, was Ihr Handy am Abend leisten muss. Anker empfiehlt für einen Tagesbesuch etwa 10.000 mAh, genug für eine Zwischenladung. Eine größere Powerbank lohnt sich bei stundenlangen Videoaufnahmen, intensiver Navigation oder Camping über mehrere Tage. Zu bedenken ist, dass nicht die gesamte angegebene Ladung beim Handy ankommt. Für ein 10.000 mAh Modell nennt derselbe Hersteller etwa 5.500 bis 6.500 mAh nutzbare Kapazität, das entspricht ungefähr einer vollständigen Handyladung.
| Angabe auf dem Gehäuse | Energie bei 3,7 Volt | Einordnung für den Konzertabend |
|---|---|---|
| 5.000 mAh | 18,5 Wh | kleine Reserve, klein genug für die Jackentasche |
| 10.000 mAh | 37 Wh | reicht laut Herstellerangabe für eine Zwischenladung |
| 20.000 mAh | 74 Wh | für lange Filmaufnahmen oder mehrere Geräte |
| 26.800 mAh | 99,2 Wh | deutlich größer, Taschenregeln beachten |
Manche Hersteller rechnen mit 3,6 statt 3,7 Volt, das verschiebt das Ergebnis um wenige Wattstunden. Liegt Ihr Modell dicht an einer Grenze der Veranstalter oder Airline, zählt der Aufdruck auf dem Typenschild und nicht die eigene Rechnung. Eine große Powerbank wiegt schnell mehrere hundert Gramm und passt nicht in jede Tasche. Genau hier setzt die Taschenregel vieler Hallen an: Sind nur kleine Beutel erlaubt, spricht vieles für das kompakte Modell.
Packen, verstauen und am Einlass zeigen
Ordnung hilft am Eingang, wenn die Tasche geöffnet werden soll. Legen Sie die Powerbank in ein leicht erreichbares Fach, nicht ganz nach unten, so geht die Kontrolle schnell. Ein kurzes Kabel statt eines langen verhindert Gewirr und passt in kleine Taschen. Laden Sie das Gerät vor dem Konzert voll, denn unterwegs gibt es selten freie Steckdosen.
Im Gedränge sitzt das Handy mit angestecktem Kabel schlecht in der Hosentasche. Praktischer sind Modelle, die sich kabellos ansetzen lassen, bis 15 W beim Anker Modell, nach Herstellerangabe. Gleichzeitiges kabelgebundenes und kabelloses Laden senkt die Leistung, deshalb taugt dieser Modus nur als Notbehelf. Und noch ein Ratschlag: Achten Sie auf einen unbeschädigten Akku. Aufgequollene oder verbeulte Powerbanks gehören nicht in eine Menschenmenge und auch nicht in den Rucksack.
Wenn die Powerbank draußen bleiben muss
Falls die Hausordnung Taschen verbietet oder ein Beutel in Postkartengröße die Obergrenze ist, hilft Vorbereitung statt Powerbank. Speichern Sie die Eintrittskarte vorab als Screenshot oder in der Wallet des Handys, damit der Einlass nicht vom Mobilfunknetz in der überfüllten Halle abhängt. Laden Sie das Gerät zu Hause auf hundert Prozent und schalten Sie unterwegs nicht benötigte Funktionen aus, etwa Hotspot oder Dauerstandort.
Der größte Akkufresser am Abend ist die Kamera. Zwanzig Minuten Dauerfilmen entladen das Handy deutlich schneller als Surfen. Sind Aufnahmen auf dem Gelände ohnehin eingeschränkt, wie es die gelesene Hausordnung für Aufnahmegeräte ohne Zustimmung beschreibt, sinkt der Verbrauch ganz von selbst. Ein Wechselakku kommt kaum in Frage, denn bei heutigen Handys lässt sich der Akku selten tauschen. Manche Hallen halten Ladefächer an der Garderobe bereit, doch das tun nur wenige, fragen Sie vor dem Besuch nach.
