Haushalt

Nähmaschine Oberfaden reißt ständig und woran das liegt

Kaum drei Stiche genäht, und schon schnalzt der Faden wieder ab. Wenn bei Ihrer Nähmaschine der Oberfaden ständig reißt, steckt fast nie ein teurer Defekt dahinter, sondern eine Kleinigkeit im Fadenweg, an der Nadel oder am Garn. Tückisch ist, dass mehrere Ursachen zusammenspielen können. Wildes Drehen am Spannungsrad bringt deshalb meistens nichts und macht es häufig schlimmer. Mit einer festen Reihenfolge finden Sie den Fehler in der Regel in einer Viertelstunde. Die folgenden Abschnitte gehen vom häufigsten zum seltensten Grund, am Ende steht, wann die Maschine in die Wartung gehört.

Nähmaschine Oberfaden reißt ständig und woran das liegt

Neu einfädeln und die Garnrolle prüfen

Beginnen Sie bei der Einfädelung, denn ein falsch geführter Oberfaden ist die häufigste Ursache. Ziehen Sie den Faden komplett heraus und fädeln Sie neu ein, und zwar bei angehobenem Nähfuß, damit sich die Spannungsscheiben öffnen und der Faden wirklich dazwischen liegt. Folgende Punkte lohnen einen Blick:

  • Der Garnrollenstift steht ganz oben, sonst verheddert sich der Faden an der Rolle.
  • Die Rolle sitzt mit der Kerbe so, dass sich der Faden dort nicht einhakt.
  • Der Faden läuft durch jede Führung und den Fadenhebel, auch wenn das mühsam ist.
  • Nach dem Einfädeln lässt er sich bei angehobenem Fuß leicht ziehen, bei gesenktem Fuß mit spürbarem Widerstand.

Die Nadel ist öfter schuld als gedacht

Eine stumpfe, leicht verbogene oder falsch eingesetzte Nadel scheuert den Faden auf, bis er reißt. Sie muss bis zum Anschlag im Halter stecken, die Klemmschraube sitzt fest, und die flache Seite zeigt in die vom Hersteller angegebene Richtung. Verwenden Sie nur Nadeln für Haushaltsnähmaschinen. Ebenso zählt die Stärke: Dünne Stoffe brauchen feine Nadeln, Jeans und Segeltuch kräftige, sonst staut sich der Faden im Öhr. Tauschen Sie die Nadel lieber früh als spät, bei den ersten Aussetzern ist ein Wechsel fällig. Ein Sortiment Nähmaschinennadeln in verschiedenen Stärken deckt die meisten Stoffe ab. Im Zweifel hilft eine Sichtprüfung: Fahren Sie mit dem Fingernagel von der Spitze aus nach oben, ein Widerhaken oder eine Delle verrät die beschädigte Nadel.

Garn, Spannung und Spule

Selbst wenn Fadenweg und Nadel stimmen, kann das Zusammenspiel aus Garn, Spannung und Spule den Faden überfordern. Nähen Sie nach jeder Änderung an Garn oder Stoff ein Probestück auf einem Rest desselben Materials, bevor Sie am Werkstück arbeiten. Hersteller empfehlen genau das, und es erspart Ihnen aufgetrennte Nähte. Wechseln Sie immer nur eine Einstellung auf einmal, sonst wissen Sie hinterher nicht, was geholfen hat. Ein Stoffrest aus dem gleichen Material, doppelt gelegt wie später an der Naht, bildet die Bedingungen am besten nach. Lassen Sie die Maschine dort eine Naht von 20 Zentimetern nähen, bevor Sie urteilen. Die beiden folgenden Abschnitte erklären, worauf es bei Garn und bei Spannung samt Spule ankommt.

Das passende Garn wählen

Minderwertiges, sehr altes oder ungleichmäßig gesponnenes Garn reißt unter der Belastung der Naht schnell. Rollen vom Dachboden oder aus Haushaltsauflösungen sind häufig spröde geworden. Probieren Sie einen Test: Ziehen Sie ein Stück Faden mit beiden Händen ruckartig auseinander. Reißt es schon bei leichtem Zug, hilft nur neues Garn. Ebenso sollten Ober- und Unterfaden möglichst von der gleichen Art sein, also nicht Baumwolle oben und Polyester unten. Die Garnstärke muss außerdem zum Nadelöhr passen, ein zu dicker Faden scheuert beim Durchlauf. Für Jeans, Taschen oder Polster gibt es eigene kräftige Garne. Bewahren Sie Rollen dunkel und trocken auf, denn Sonnenlicht schwächt Fäden über die Jahre.

Spannung und Spule richtig einstellen

Stellen Sie das Spannungsrad zunächst auf den mittleren Wert zurück, den die Anleitung als Normalstellung nennt. Verringern Sie die Spannung danach in kleinen Schritten, wenn der Faden weiterhin abreißt, denn eine zu hohe Einstellung belastet ihn bei jedem Stich. Prüfen Sie auch die Spule: Wird sie ungleichmäßig oder zu fest aufgewickelt, schwankt die Spannung des Unterfadens, und der Oberfaden muss dagegenhalten. Haben Sie viel gedreht, notieren Sie den Ausgangswert, damit Sie zurückfinden. Bei Maschinen mit automatischer Spannung entfällt das Drehen, dort bleiben Neueinfädeln und Nadelwechsel. Wickeln Sie in dem Fall neu auf, und achten Sie darauf, dass die Spule richtig in der Kapsel sitzt und sich beim Ziehen am Faden gleichmäßig dreht.

Flusen im Greifer und raue Stellen

Staub und Flusen sammeln sich im Bereich unter der Stichplatte und behindern den Fadenlauf. Schalten Sie die Maschine aus, nehmen Sie Nadel, Nähfuß und Stichplatte ab, entfernen Sie die Spulenkapsel und befreien Sie alles mit Pinsel und Staubsaugerdüse. Kleine Garnreste hinter der Spulenkapsel sind typische Störer, die sich mit der Pinzette lösen lassen. Öl geben Sie nur an den Stellen, die die Anleitung nennt. Stichplattenloch, Spulenkapsel und Nähfußsohle sollten Sie außerdem auf Grate und raue Kanten untersuchen. Fahren Sie mit einem Stück Strumpfhose darüber, bleibt es an einer scharfen Stelle hängen. Dort scheuert sich auch der Faden durch. Solche Kanten lassen sich meist vorsichtig glätten, bei starken Schäden hilft nur Ersatz der Teile.

Stoff, Tempo und Stichbeginn

Ziehen Sie niemals am Stoff, die Maschine transportiert ihn selbst. Wird gezerrt, lenkt das Nadel und Faden um und bringt beide in eine Zwangslage. Halten Sie zu Nähbeginn beide Fadenenden kurz nach hinten fest, damit sich der Oberfaden nicht in die Spule hineinzieht. Dicke Stofflagen, etwa an Gürtelschlaufen, nehmen Sie langsam und per Handrad. Reißt der Faden trotz aller Maßnahmen weiter, kann der Greifer nicht mehr richtig getaktet sein, etwa nach einem Nadelbruch oder einem Sturz. Das stellt ein Fachbetrieb ein. Bei einer Maschine, die schon Jahre ohne Wartung läuft, ist ein Service ohnehin überfällig. Bei elastischen Stoffen verwenden Sie eine Stretchnadel und wählen die Stichlänge nicht zu kurz, denn sehr dichte Stiche belasten den Faden zusätzlich.