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Zwiebeln im Herbst stecken und wann der richtige Zeitpunkt kommt

Zwiebeln im Herbst stecken wirkt wie eine Nebensache, doch der Zeitpunkt entscheidet darüber, ob Tulpen, Narzissen und Krokusse im Frühjahr kräftig austreiben oder nur zögerlich. Am 31. Oktober fragen sich viele Gartenbesitzer, ob die Zwiebeln jetzt noch in die Erde dürfen oder ob die Saison vorbei ist. Die gute Nachricht vorab: Für die meisten Arten ist Ende Oktober noch Platz, für einige Sorten beginnt das Zeitfenster sogar erst jetzt.

Zwiebeln im Herbst stecken und wann der richtige Zeitpunkt kommt

Die gesichteten Quellen, darunter Baumarkt-Ratgeber und Gartenportale, widersprechen sich in Details wie Pflanztiefe und letztem Termin. Wo das der Fall ist, steht es im Text offen dabei. Dieser Beitrag behandelt Blumenzwiebeln; Gemüse-Steckzwiebeln haben eigene Termine, die auf der Saatgutpackung stehen.

Wann die Pflanzzeit beginnt und wo sie endet

Als Faustregel nennen Gartenportale den Zeitraum ab September bis zu den ersten frostigen Nächten, je nach Region also teils bis in den November. Ein Portal macht daraus eine Messgröße: Gesteckt wird, sobald der Boden unter 10 °C abkühlt, und zwar mindestens zwei bis drei Wochen vor dem ersten harten Frost. Der Hintergrund leuchtet ein. Die Zwiebel soll noch Wurzeln bilden, bevor der Winter das Wachstum bremst.

Alle Arten folgen nicht demselben Fahrplan. Narzissen und Krokusse gehören früh in die Erde, Tulpen vertragen es dagegen spät. Ein Baumarkt-Ratgeber empfiehlt sogar, Gartentulpen lieber später zu setzen, weil kühlere Temperaturen das Risiko für Grauschimmel senken. Schwertlilien kommen laut derselben Quelle erst im November an die Reihe, und in einem warmen Herbst treiben sie dann womöglich zu früh aus. Zu lange liegen lassen sollten Sie die Zwiebeln trotzdem nicht, denn in warmer, trockener Umgebung können sie Schaden nehmen.

Einig sind sich die Quellen nicht beim Ende der Saison. Manche schließen das Fenster für Tulpen, Narzissen, Hyazinthen und Krokusse bereits Ende Oktober, andere lassen Tulpen bis in den November zu. In milden Lagen lässt sich der November eher ausreizen als in Frostmulden oder auf Höhenlagen.

Die folgende Übersicht stellt die Zeitfenster und Pflanztiefen zusammen, die in den Quellen genannt werden.

ZwiebelartPflanzzeit laut QuellenPflanztiefe
Krokusab Septemberetwa 5 cm
Schneeglöckchenab September, nicht zu spät im Herbstzwei bis drei Zwiebelhöhen
NarzisseSeptember bis Oktoberzwei bis drei Zwiebelhöhen
TulpeSeptember bis November8 bis 10 cm
Hyazintheab Ende Oktoberzwei bis drei Zwiebelhöhen

Pflanztiefe und Abstand richtig wählen

Die Zwiebel kommt mit der Spitze nach oben in die Erde, und die Tiefe richtet sich nach ihrer Höhe. Ein Umweltmagazin spricht von der doppelten, ein Baumarkt-Ratgeber von der dreifachen Höhe, ein Gartenportal von zwei bis drei Mal. Zwischen diesen Angaben liegt kein echter Streit, sondern ein Spielraum. In schwerem, lehmigem Boden spricht einiges für das flachere Ende, weil dort Nässe länger steht, in lockerem Sandboden darf es das tiefere sein. Auf vielen Tüten steht außerdem eine eigene Tiefenangabe, an die man sich im Zweifel hält.

Beim Abstand gilt als Faustregel das Zwei- bis Dreifache des Zwiebeldurchmessers. Große Arten wie Kaiserkrone und Zierlauch brauchen 20 bis 30 cm Platz, kleine wie Krokus und Schneeglöckchen kommen mit 5 bis 7,5 cm aus. Optisch wirken Gruppen deutlich besser als Reihen: Für Tulpen und Narzissen empfiehlt ein Ratgeber mindestens fünf Zwiebeln dicht beieinander, bei Kleinarten wie dem Blaustern sollen es etwa 20 sein.

Bei vielen Zwiebeln spart ein Pflanzgerät Zeit und Rücken; einen passenden Blumenzwiebel Pflanzer gibt es in vielen Bauformen, vom Handgerät bis zum Bohreraufsatz.

Boden, Staunässe und Schutz vor Nagern

Blumenzwiebeln wollen durchlässigen, nährstoffreichen Boden, in dem sich kein Wasser staut. Schwerer Lehm lässt sich mit Sand auflockern. Tulpen und Lilien reagieren auf Staunässe empfindlich, hier hilft laut einem Baumarkt-Ratgeber eine Handvoll groben Sandes am Boden des Pflanzlochs. Bei dauernd nassen Stellen empfiehlt ein Gartenportal eine Drainageschicht aus Kies oder Blähton.

Feuchtigkeit selbst ist dagegen willkommen. Ein Ratgeber rät, die Zwiebeln in den frühen Herbstmonaten zu setzen, solange der Boden feucht ist und Wurzeln sich bilden können. Wird ein trockener Oktober erwartet, kann sich ein Angießen nach dem Stecken lohnen, auch wenn die Quellen dazu nichts Ausdrückliches sagen.

Gegen Nager helfen Pflanzkörbe oder Kisten, in die die Zwiebeln gesetzt werden. Welche Tiere gemeint sind, nennt die Quelle nicht; Wühlmäuse gelten allgemein als Hauptverdächtige. Der Aufwand lohnt sich vor allem bei Beeten, in denen schon einmal Zwiebeln verschwunden sind.

Wenn die Zwiebeln noch in der Tüte liegen

Ein festes Enddatum nennt keine der gesichteten Quellen. Als Gärtnerfaustregel gilt, dass die Zwiebeln in die Erde dürfen, solange der Boden nicht gefroren ist und sich der Spaten noch einsetzen lässt; belegt ist dieser Grenzwert allerdings nicht. Ob spät gesteckte Zwiebeln im ersten Frühjahr genauso üppig blühen, lässt sich aus den Quellen nicht ableiten.

Hyazinthen sind jetzt ohnehin an der Reihe, denn für sie wird ab Ende Oktober gesteckt. Bei Tulpen bleibt bis in den November Zeit. Narzissen und Krokusse sind dagegen eigentlich überfällig und sollten diese Woche noch in den Boden, sofern das Wetter mitspielt. Bis dahin lagern die Zwiebeln am besten kühl, luftig und trocken, nicht in einer geschlossenen Plastiktüte.

Müssen Blumenzwiebeln im Herbst gedüngt werden
Nach Angaben eines Gartenportals ist Herbstdünger nicht nötig. Die natürliche Herbstfeuchte reicht in der Regel aus, damit die Zwiebel anwurzelt. Nährstoffreicher Boden genügt, zusätzliches Düngen kann bis zum Frühjahr warten.
Wie überwintern Zwiebeln im Pflanzgefäß
Töpfe und Kästen stehen an einem geschützten Platz im Freien. Bei extremer Kälte wickelt man laut Gartenportal Vlies um das Gefäß, damit die Wurzeln nicht durchfrieren. Im warmen Haus würden die Zwiebeln zu früh austreiben.
Sollten kleine Zwiebeln vor dem Stecken gewässert werden
Kleine Arten wie Windröschen, Winterling und Schneeglöckchen trocknen leicht aus. Ein Baumarkt-Ratgeber empfiehlt deshalb, sie über Nacht in Wasser einzuweichen und am nächsten Tag zu pflanzen. Große Zwiebeln brauchen das nicht.