Haushalt

Mikrowelle qualmt und was Sie jetzt tun sollten

Es riecht verbrannt, aus dem Garraum steigt grauer Dunst auf, und im ersten Schreck fragt man sich, ob man das Gerät einfach weiterlaufen lassen kann. Wenn die Mikrowelle qualmt, lautet die Antwort eindeutig nein. Hinter dem Rauch stecken meist verkohlte Fettreste oder eine durchgebrannte Glimmerscheibe, seltener ein Defekt im Inneren des Gehäuses. Beides lässt sich unterscheiden, wenn man in der richtigen Reihenfolge vorgeht, und meist genügt schon eine gründliche Reinigung, um das Gerät zu retten. Sicherheit geht dabei immer vor Sparsamkeit, denn ein Brand im Küchenschrank richtet mehr Schaden an als jedes neue Gerät. Dieser Ratgeber erklärt, welche Handgriffe sofort zählen, woran Sie die Ursache erkennen, wie der Austausch der Scheibe gelingt und wann ein neues Gerät die vernünftigere Entscheidung ist.

Mikrowelle qualmt und was Sie jetzt tun sollten

Sofort richtig handeln, wenn Rauch aufsteigt

Drücken Sie die Stopptaste und ziehen Sie anschließend den Netzstecker. Die Tür bleibt geschlossen, solange Rauch im Garraum steht, denn ohne Zufuhr von Luft erstickt ein kleiner Brand meist von selbst. Öffnen Sie in der Zwischenzeit das Fenster und warten Sie, bis sich der Dunst gelegt hat. Erst dann nehmen Sie den Teller heraus und schauen nach Brandspuren an Wänden, Decke und Boden. Schlagen Flammen aus dem Gerät oder breitet sich der Rauch weiter aus, verlassen Sie den Raum und rufen den Notruf 112. Bis die Ursache geklärt ist, bleibt die Mikrowelle ausgesteckt, ein Probelauf ohne Inhalt verbietet sich ohnehin, weil er das Magnetron schädigen kann.

Die häufigsten Ursachen für Rauch im Garraum

Meist steckt keine Elektrik dahinter, sondern Schmutz. Fett und Soßenspritzer verkohlen im Lauf der Zeit, und Kohlenstoff leitet Strom, sodass sich Funken bilden können. Reparaturportale und Hersteller nennen folgende Auslöser, die sich meist schon mit einem Blick in den Garraum eingrenzen lassen. Merken Sie sich beim Suchen, wo genau der Geruch am stärksten ist, denn das hilft später bei der Entscheidung über das weitere Vorgehen:

  • Verkohlte Speisereste und Fett an den Garraumwänden oder auf dem Drehteller
  • Eine verbrannte oder durchlöcherte Glimmerscheibe, die den Wellenleiter abdeckt
  • Abgeplatzter Innenlack, wodurch das blanke Metall Lichtbögen bildet
  • Metall im Gerät, etwa Alufolie, Besteck oder Geschirr mit Goldrand
  • Ein überhitzter Kunststoffhalter am Drehteller
  • Ein defektes Magnetron oder beschädigte Verkabelung

Die Glimmerscheibe prüfen und tauschen

Die Glimmerscheibe sitzt meist seitlich oder an der Decke des Garraums und wirkt wie ein unscheinbares Stück Pappe oder Kunststoffplatte. Sie schützt den Wellenleiter, also den Eingang, durch den die Mikrowellen in den Garraum gelangen. Weil sie dicht an der Quelle sitzt, bekommt sie bei jedem Gebrauch die meiste Hitze und die meisten Spritzer ab. Hersteller wie Xiaomi nennen verkrustetes Fett und Eiweiß als Hauptgrund für eine verbrannte Platte. Ein Reparaturportal stuft den Austausch der Abdeckung mit Schwierigkeitsstufe 3 von 5 ein. Das heißt: Mit etwas handwerklichem Geschick und dem passenden Ersatzteil ist die Aufgabe zu schaffen, ohne dass sofort ein Techniker anrücken muss.

Woran Sie eine verbrannte Scheibe erkennen

Dunkelbraune bis schwarze Flecken, Brandlöcher oder Risse sind eindeutige Zeichen. Auch ein stechender Geruch beim Erhitzen fetthaltiger Speisen deutet darauf hin. Häufig knistert es zusätzlich leise, bevor Funken zu sehen sind, und der Garraum riecht nach angebranntem Fett. Reicht ein Fleck nur an der Oberfläche, hilft manchmal vorsichtiges Abwischen mit mildem Reinigungsmittel und warmem Wasser, ohne scheuernde Schwämme. Zeigt sich jedoch ein Loch, sollten Sie die Scheibe nicht mehr verwenden. Durch ein Loch gelangen Speisereste in den Hohlraum dahinter und können das Magnetron beschädigen, wie der Hersteller Xiaomi in seiner Anleitung ausdrücklich warnt. Die Mikrowelle in diesem Zustand weiterzubenutzen, kann deshalb teurer werden als der Austausch, der meist nur wenige Minuten dauert.

So gelingt der Austausch

Die Platte wird meist von einer kleinen Schraube oder einer Halterung gehalten, die sich im Garraum befindet. Ziehen Sie zuerst den Stecker, lösen Sie die Befestigung und ziehen Sie die alte Scheibe heraus. Die neue muss exakt zur Größe der Öffnung passen, deshalb lohnt der Blick auf Modellnummer und Maße. Passende Ersatzteile sind für die gängigen Marken günstig zu bekommen, ein Beispiel finden Sie bei Glimmerscheiben als Ersatzteil. Pappe oder anderes brennbares Material kommt als Ersatz nie in Frage. Öffnen Sie das Gehäuse selbst nicht, denn im Inneren liegen Hochspannungsbauteile. Nach dem Einsetzen reinigen Sie den Garraum, setzen den Teller wieder ein und lassen die Mikrowelle zunächst nur mit einem Glas Wasser kurz laufen, um zu prüfen, ob der Geruch verschwunden ist.

Wann ein Fachbetrieb ran muss oder das Gerät in den Müll gehört

Riecht es auch nach gründlicher Reinigung und neuer Scheibe verbrannt, liegt der Fehler tiefer. Kommt der Geruch von hinter dem Bedienfeld oder aus dem Gehäuse, deutet das laut einem Reparaturportal auf Magnetron, Kabelbaum oder Steuerplatine hin. Diese Teile gehören in die Hände eines Fachbetriebs, weil dort mit Hochspannung gearbeitet wird. Rechnen Sie nach. Kostet die Reparatur nahezu so viel wie ein neues Gerät, lohnt sich der Aufwand bei einer Standardmikrowelle für wenige Dutzend Euro selten, bei einem Einbaugerät oder einer Kombination mit Grill dagegen eher. Alte Geräte gehören nicht in den Hausmüll, sondern zum Wertstoffhof oder in die Rückgabe beim Händler.

Vorbeugen mit Reinigung und festen Gewohnheiten

Am besten wirkt ein kurzes Auswischen nach jeder Nutzung, solange Spritzer noch weich sind. Hersteller raten, Fett und Reste nach jedem Gebrauch zu entfernen. Decken Sie Speisen mit einer mikrowellentauglichen Haube ab, damit gar nicht erst so viel an die Wände gelangt. Eine Schüssel mit Wasser und Zitronensaft löst eingetrocknete Krusten durch Dampf, anschließend genügt ein feuchtes Tuch. Beschädigten Innenlack bessern Sie mit speziellem Reparaturlack aus. Nach dem Betrieb kann die Tür kurz offen bleiben, damit Kondenswasser abzieht, wie ein Technikportal schreibt, ein Muss ist das jedoch nicht. Metall gehört ohnehin nie hinein, auch keine Folie als Abdeckung. Halten Sie sich daran und putzen den Garraum regelmäßig, sparen Sie sich Rauch, Reparatur und Ärger.