Haushalt

Bügeln ohne Bügeleisen

Zusammengefasst in drei Sätzen

Wasserdampf aus der Dusche, dem Wasserkocher oder einem Topf löst leichte Falten, ein Föhn glättet Stellen und Stoffe mit dünnem Gewebe. Seide und Mischgewebe vertragen nicht jede Methode, ein Test am Saum erspart Flecken. Selbstgemischte Sprays sind Geschmackssache, denn die Rezepte der Quellen widersprechen einander.

Bügeln ohne Bügeleisen klappt, solange man dem Gewebe nicht mehr abverlangt als Wasserdampf, Zug und etwas Geduld. Für das Hemd vor dem Termin reichen ein dampfgefülltes Bad oder ein Föhn, bei der Seidenbluse ist Zurückhaltung angesagt. Welche Methode wann Sinn ergibt, hängt von Stoff und Zeitbudget ab.

Bügeln ohne Bügeleisen

Dampf aus Dusche, Kocher und Topf

Die bekannteste Methode kostet nichts außer einer ohnehin fälligen Dusche. Sie funktioniert in vier Schritten:

  1. Das Kleidungsstück auf einen Bügel hängen und im geschlossenen Bad aufhängen, außerhalb des Wasserstrahls.
  2. Heißes Wasser laufen lassen, bis der Raum voller Dampf ist.
  3. Die Kleidung einige Minuten im Dampf hängen lassen.
  4. Mit der Hand glattstreichen und an der Luft trocknen lassen.

Leichte bis mittlere Falten lösen sich dabei nach wenigen Minuten, tiefe Knicke bleiben häufig als Schatten zurück. Für den Fall, dass das Bad schon besetzt ist, hilft ein Wasserkocher. Der Dampf aus dem Ausguss wird in kurzem Abstand über den Stoff geführt. ZDFheute spricht von genügend Abstand, Heidelberg24 nennt etwa 30 Zentimeter, und die Warnung vor Verbrühungen sollten Sie ernst nehmen.

Ein Kochtopf mit heißem Wasser und langem Griff übernimmt die Rolle der Bügelsohle, wenn man ihn über den Stoff hin und her schiebt. Die Unterseite muss sauber und glatt sein, sonst wandern Rückstände auf die Kleidung. Ein Teekessel schwappt weniger über, und überhaupt gilt: lieber wenig Wasser einfüllen, damit nichts überläuft. ZDFheute hält die Methode vor allem für robuste Stoffe wie Leinen oder Jeans für brauchbar. Unterlegen Sie die Fläche, denn Hitze und Dampf können Möbeloberflächen angreifen.

Föhn, Trockner und Zug

Der Haartrockner arbeitet auf zwei Arten. Entweder hängt man ein feuchtes Teil auf, streicht es glatt und trocknet es mit warmer Luft, oder man besprüht ein trockenes Stück mit Wasser und föhnt es nach dem Glattstreichen. ZDFheute nennt mindestens 15 Zentimeter Abstand zur Stelle und hält die Methode bei dünnen Stoffen wie Baumwolle oder Polyester für gut. Auf große Flächen verteilt dauert das länger, als man annimmt, für den Kragen vor dem Vorstellungsgespräch ist es dagegen schnell erledigt.

Im Wäschetrockner lässt sich ein ähnlicher Effekt erzielen. Die Gelben Seiten empfehlen, die Wäsche mit einem feuchten Baumwolltuch im Programm Auflockern etwa 20 Minuten bei mittlerer Hitze laufen zu lassen. T-online beschreibt eine Variante mit einer Handvoll Eiswürfeln und 15 Minuten mittlerer Stufe, bei der der entstehende Dampf die Fasern entspannt. Ohne Trockner legt man die Kleidung flach hin, deckt sie mit einem leicht feuchten Handtuch ab und drückt mit den Händen oder einem schweren Buch darauf, bevor man sie aufhängt.

Vieles entscheidet sich schon beim Waschen. Schleudern Sie mit wenigen Umdrehungen, schütteln Sie die Teile feucht aus und ziehen Sie Nähte und Kanten glatt, bevor Sie aufhängen. Heidelberg24 meint, ein Wäscheständer glätte bei richtigem Aufhängen von selbst, und t-online rät zum Bügel statt zur Leine, damit keine Knicke entstehen. Das spart den Griff zu jeder anderen Methode, kostet aber ein paar Sekunden mehr beim Aufhängen.

Welcher Stoff verträgt was

Ein Teil der Pannen entsteht nicht durch die Methode, sondern durch die falsche Kombination. Die Quellen behandeln nicht jeden Stoff, die Übersicht gibt deshalb nur wieder, was sich dort tatsächlich findet:

StoffMethode laut QuellenHinweis
BaumwolleFöhn bei dünner Ware, feuchtes Tuch im TrocknerAbstand von mindestens 15 Zentimetern
LeinenTopf mit heißem WasserRobustes Gewebe verträgt den Druck
JeansTopf mit heißem WasserUnterlage schützt die Möbel
PolyesterFöhnNicht zu nah an das Gewebe halten
SeideNur mit Test am SaumSprays können Flecken hinterlassen
Wolle, Viskose, MischgewebeIn den gesichteten Quellen nicht behandeltPflegeetikett lesen, vorher an versteckter Stelle probieren

Beim Essigspray gehen die Meinungen auseinander. ZDFheute mischt drei Teile Wasser mit einem Teil Haushaltsessig und versichert, der Geruch verfliege beim Trocknen vollständig. T-online nimmt 500 Milliliter Wasser, einen Teelöffel Haarspülung und zwei Esslöffel Weißweinessig. Heidelberg24 verwendet einen Teelöffel weißen Essig auf einen halben Liter destilliertes Wasser. Einen allgemein anerkannten Standard gibt es also nicht, und wer mit Sprühflasche arbeitet, tastet sich am besten an der Innenseite des Saums vor.

Fertige Faltenglätter aus der Drogerie nennt ZDFheute eine Notbehelf für unterwegs, Heidelberg24 verweist auf enthaltene Chemikalien, die die Umwelt belasten. Für Reisen und Büro gibt es kleine Handdampfer, die nach dem gleichen Dampfprinzip arbeiten. Heidelberg24 beziffert den Stromvorteil gegenüber dem Bügeleisen mit bis zu 50 Euro im Jahr, rechnet das im Text aber nicht vor und stammt von 2023. Als Entscheidungsgrundlage taugt die Zahl daher nicht.

Verfliegt der Essiggeruch wirklich?
ZDFheute schreibt, der Geruch verschwinde beim Trocknen vollständig. Das gilt für die schwache Mischung aus drei Teilen Wasser und einem Teil Essig. Bei stärkerer Dosierung oder dickem Gewebe kann er länger bleiben, dann hilft Lüften an der frischen Luft.
Muss ich nach dem Trockner sofort aufhängen?
Ja, denn laut Gelben Seiten bilden sich in der Wäsche sonst rasch neue Falten. Nehmen Sie die Teile nach Programmende sofort heraus, schütteln Sie sie aus und hängen Sie sie auf einen Bügel, bis sie vollständig abgekühlt sind.
Hilft ein Glätteisen am Kragen?
Für kleine Stellen wie Kragen oder Ärmelansatz taugt es nach Angaben von t-online. Stellen Sie es nicht zu heiß ein und prüfen Sie vorher, ob Haarpflegereste an den Platten haften, die sonst auf den Stoff übergehen. Große Flächen glättet das Gerät nicht.