Brennholz ungeschützt im Freien lagern und wie lange es hält
Brennholz ungeschützt im Freien zu lagern, ist kein Drama, aber auch kein Dauerzustand. Gespaltenes Laubholz übersteht einen Herbst und Winter unter freiem Himmel in der Regel ohne Totalschaden, doch es nimmt Regen auf, trocknet nicht mehr sauber durch und baut an der Oberfläche langsam ab. Wie schnell das geht, hängt von Holzart, Stapelform und Standort ab. Eine feste Haltbarkeitsangabe in Jahren nennt keine der Quellen, die ich für diesen Beitrag gelesen habe, und deshalb finden Sie hier Erfahrungswerte, Messgrößen und Entscheidungshilfen statt einer Pauschalzahl.
Was Regen, Frost und stehende Nässe mit dem Stapel machen
Holz ist ein Naturmaterial, das Feuchtigkeit wie ein Schwamm aufsaugt, und zwar am stärksten über die Stirnseiten der Scheite. Liegt ein Stapel ohne Dach im Regen, saugen sich die oberen Lagen voll, während die unteren Reihen durch Spritzwasser und Bodenfeuchte nachziehen. Frost sprengt zwar kein Scheit, hält die Nässe im Winter aber im Holz fest, weil kaum etwas verdunstet. Erst im Frühjahr und Sommer kann der Wind das Wasser wieder herausziehen, vorausgesetzt, der Stapel steht luftig.
Gefährlich wird es, wenn das Holz zu lange nass bleibt. Die Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft Bayern weist darauf hin, dass vor allem Laubholz bei zu langsamer Trocknung von holzabbauenden Pilzen befallen wird. Fachleute nennen das Verstocken, und es raubt dem Holz spürbar Energieinhalt. Ein Hausjournal-Beitrag beschreibt, dass Holz mit bis zu 40 Prozent Restfeuchte sehr anfällig für Schimmel ist, wobei Eiche und Buche eher schwarz werden und Kiefer blaugraue Flecken bildet. Das ist ein Ratgeberportal und keine Messreihe, passt aber zu dem, was Ofenbesitzer aus Erfahrung berichten.
Die Rinde schützt dabei ein Stück weit. Scheite mit der Rindenseite nach oben leiten Wasser besser ab als frisch gespaltene Flächen, die wie offene Poren wirken. Deshalb lohnt es sich, die oberste Lage so zu legen, dass die Rinde dem Himmel zugewandt ist.
Wie lange ungeschütztes Brennholz in der Praxis hält
Hier widersprechen sich die Quellen ein wenig, und das sollten Sie wissen. Das LWF Merkblatt nennt für gespaltenes Buchen-, Fichten- und Kiefernholz bei richtiger Lagerung etwa ein Jahr bis unter 20 Prozent Wassergehalt, ungespaltenes Holz brauche bis zu zwei Jahre. Das Technologie- und Förderzentrum meldet aus Versuchen, dass im Dezember eingelagerte, ein Meter lange Scheite nach etwa sieben Monaten rund 15 Prozent erreichten. Der Hausjournal-Beitrag verlangt dagegen mindestens zwei Jahre für frisch geschlagenes Holz. Die Unterschiede erklären sich vor allem durch Scheitgröße, Holzart und die Frage, ob der Stapel Wind und Sonne abbekommt.
Ungeschützt verlängert sich all das, weil jeder Regenguss die Uhr zurückdreht. Dichtes Hartholz wie Eiche widersteht Pilzen länger als weiches, schnell nassgezogenes Holz. Das ist allgemeine Holzkunde und keine Zahl aus den Quellen, eine genaue Frist lässt sich daraus nicht ableiten. Für sauberes Verbrennen im Ofen zählt der Messwert mehr als der Kalender.
Zur Einordnung hilft die folgende Tabelle, die Wassergehalt und Energie nach den Angaben der Landesanstalt für Buche gegenüberstellt. Beachten Sie die Zählweise: Der Gesetzgeber spricht in der 1. BImSchV von höchstens 25 Prozent Restfeuchte, das entspricht 20 Prozent Wassergehalt.
| Wassergehalt Buche | Heizwert in kWh je kg | Einordnung |
|---|---|---|
| 15 Prozent | etwa 4,15 | Zielbereich für sauberes Verbrennen im Kaminofen laut TFZ liegt bei 10 bis 15 Prozent |
| 20 Prozent | etwa 3,86 | Obergrenze für Scheitholz nach Gesetz |
| 30 Prozent | etwa 3,30 | Zu feucht, mehr Ruß, weniger Wärme |
Mit wenigen Handgriffen vom offenen Stapel zur Lagerung, die funktioniert
Sie müssen den Stapel nicht gleich umbauen, aber ein paar Dinge entscheiden darüber, ob das Holz im Frühjahr brauchbar ist. Ein Dach ist dabei weniger wichtig als Luft. Komplett in Folie gewickeltes Holz sitzt in einem Treibhaus, in dem Kondenswasser und Schimmel gedeihen. Laut LWF gehört eine Abdeckung spätestens nach der sommerlichen Trocknungsperiode auf den Stapel, allerdings ohne ihn vollständig einzupacken.
- Stellen Sie den Stapel auf Holzroste oder Rundhölzer, damit er keinen Kontakt zum nassen Boden hat.
- Halten Sie zur Hauswand und zum nächsten Stapel mindestens 10 Zentimeter Abstand, wie es auch die Fachliteratur empfiehlt.
- Legen Sie nur die Oberseite mit einer Platte oder Plane ab, die an den Seiten Luft lässt.
- Wählen Sie eine sonnige, windige Ecke, am besten an der Süd oder Westseite.
- Spalten Sie dicke Rundlinge ab etwa 10 Zentimeter Durchmesser, sonst trocknen sie kaum.
Steht der Stapel schon seit dem Sommer offen und ist durchnässt, hilft es, die oberste Lage abzutragen und neu zu schichten. Die Scheite aus dem Innern sind meist deutlich trockener, als der Anblick der Oberfläche vermuten lässt. Bei Zweifeln hilft ein Holzfeuchtemessgerät, etwa aus dieser Auswahl an Messgeräten, auf einer frisch gespaltenen Fläche.
Wann Holz aus dem Freien nicht mehr in den Ofen gehört
Nicht jedes graue Scheit ist ein Fall für die Tonne. Oberflächlich verfärbtes, aber fest und trocken wirkendes Holz mit weniger als 20 Prozent Feuchte kann mit Vorsicht verbrannt werden. Weiche, bröselige Stellen, ein muffiger Geruch oder ein dichter Pelz aus Schimmel sind dagegen Warnzeichen. Solches Holz liefert weniger Wärme und belastet die Raumluft, wenn es im Haus zwischengelagert wird. Menschen mit Allergien oder Atemwegserkrankungen sollten es nicht in geschlossene Räume holen.
Befallene Scheite können Sie zerkleinern und im Garten als Mulch unter Sträuchern verwenden oder über den Restmüll entsorgen. Auch gut gelagertes Holz verliert mit der Zeit etwas Brennwert, etwa durch Insekten. Nasses Holz sorgt außerdem für aggressive Ablagerungen in Ofen und Schornstein.
