Haushalt

Bohrmaschine eiert und was Sie dagegen tun können

Sie drücken den Abzug, und statt eines ruhigen Kreises zeichnet die Bohrerspitze eine kleine Spirale in die Luft. Wenn die Bohrmaschine eiert, liegt das selten am ganzen Gerät. Meist steckt ein krummer Bohrer, Dreck im Futter oder ein lockeres Bohrfutter dahinter, und die Sache lässt sich mit zehn Minuten Arbeit eingrenzen. Manchmal ist das Taumeln aber auch schlicht Bauart, vor allem bei Schlagbohrmaschinen. Dieser Text zeigt, wie Sie die Ursache Schritt für Schritt finden, was Sie selbst reparieren können und ab wann sich der Gang in die Werkstatt oder der Kauf eines neuen Futters lohnt.

Bohrmaschine eiert und was Sie dagegen tun können

Erst prüfen und dann schrauben

Spannen Sie zuerst einen Bohrer ein, den Sie als gerade kennen, etwa einen Passstift oder einen frisch gekauften Metallbohrer, und lassen Sie die Maschine im Leerlauf laufen. Wandert die Spitze erkennbar im Kreis, ist der Rundlauf gestört. Legen Sie als Nächstes einen anderen Bohrer ein. Eiert auch er, liegt es nicht am Zubehör. Kontrollieren Sie dann, ob der Schaft bis zum Anschlag in den Backen steckt und ob alle drei Backen gleichmäßig greifen. Ein einseitig verklemmter Span reicht schon aus. Machen Sie den Test außerdem einmal unter Last: Bohren Sie ein Probeloch in Holz und beobachten Sie, ob das Taumeln dabei verschwindet.

Krumme Bohrer und schmutzige Backen

Billige Bohrer aus dem Sortimentskoffer sind überraschend häufig schon ab Werk verzogen. Rollen Sie den Bohrer über eine ebene Tischplatte, dann zeigt der Spalt zwischen Schaft und Platte sofort, ob er gerade ist. Ein krummer Bohrer gehört in den Müll, geradebiegen bringt nichts. Fast ebenso häufig sitzt Schmutz im Futter. Staub, Metallspäne und Harzreste lagern sich zwischen den Backen ab und verhindern, dass sie den Schaft zentrieren. Blasen Sie das Futter aus, öffnen und schließen Sie es mehrmals bis zum Anschlag und geben Sie bei festsitzendem Dreck einen Tropfen dünnes Maschinenöl hinein. Danach wiederholen Sie den Leerlauftest. Ein Holzbohrer mit Zentrierspitze zeigt Taumeln sehr gut, weil die Spitze auf dem Werkstück erkennbar wandert.

Lockeres oder verschlissenes Bohrfutter

Bleibt das Eiern, obwohl Bohrer und Backen in Ordnung sind, rückt das Futter selbst in den Blick. Es sitzt entweder auf einem Gewinde an der Spindel, häufig 1/2 Zoll mit 20 Gängen pro Zoll, oder auf einem Konus. Beides kann sich lockern oder abnutzen. Prüfen Sie zunächst, ob sich das Futter von Hand gegen die Spindel bewegen lässt. Spürbares Spiel ist ein eindeutiges Zeichen. Danach hilft ein einfacher Gegentest: Futter abnehmen und die freie Spindel von Hand drehen. Je nachdem, wie sie läuft, geht es auf einem der beiden folgenden Wege weiter. Ein Blick auf Gewinde und Konus lohnt dabei ebenfalls, denn Rost und verhärtetes Altfett verfälschen den Sitz. Notieren Sie sich Spannweite und Gewindeangabe, falls ein Austausch nötig wird.

Futter festziehen oder austauschen

Bei vielen Maschinen sichert eine Schraube mit Linksgewinde das Futter zusätzlich. Sie liegt im Inneren und wird erkennbar, sobald Sie die Backen ganz öffnen. Gelöst wird sie mit dem Schraubendreher im Uhrzeigersinn, angezogen entsprechend gegen den Uhrzeigersinn. Das Futter selbst lösen Sie, indem Sie einen Sechskantschlüssel einspannen und mit einem leichten Hammerschlag gegen die Arbeitsrichtung antreiben. Ein Ersatz Schnellspannbohrfutter mit 13 Millimetern Spannweite ist günstig, der Tausch lohnt deshalb häufig mehr als jede Reparatur. Achten Sie auf Gewindemaß und Spannweite, damit es zur Spindel passt. Reinigen Sie die Spindel vor der Montage mit einem Lappen. Nach dem Aufsetzen sichern Sie die Schraube wieder und prüfen den Rundlauf mit dem Passstift erneut.

Läuft die Spindel selbst unrund

Läuft auch die freie Spindel unrund, hilft ein neues Futter nicht weiter. Dann ist die Welle verbogen, ein Lager ausgeschlagen oder das Getriebe beschädigt. Das passiert nach Stürzen oder nach jahrelangem Dauereinsatz mit stumpfen Bohrern. Bei günstigen Geräten lohnt das Zerlegen selten. Hochwertige Maschinen können vom Hersteller-Service instand gesetzt werden, hier ist ein Kostenvoranschlag sinnvoll, den Sie mit dem Preis eines vergleichbaren Neugeräts abgleichen. Eine Gegenprobe gelingt mit der Messuhr, falls Sie eine besitzen: Setzen Sie den Taster an die Spindel und drehen Sie von Hand, der Zeiger zeigt jede Abweichung. Ohne Messuhr spürt ein ruhig aufgelegter Finger schon kleine Schläge. Liegt der Kauf noch nicht lange zurück, wenden Sie sich zuerst an den Händler, denn ein eigener Eingriff kann Gewährleistung und Garantie kosten.

Schlagbohrmaschinen eiern bauartbedingt ein wenig

Bei einer Schlagbohrmaschine sitzt das Schlagwerk zwischen Getriebe und Bohrfutter, und dieses Schlagwerk braucht etwas Spiel, um zu funktionieren. Im Leerlauf zeigt sich das als leichtes Taumeln, das sich unter Anpressdruck weitgehend zentriert. In einem Holzwerker-Forum schilderte ein Anwender einen Rundlauffehler von etwa 0,25 Millimetern am Prüfstift, andere Teilnehmer hielten die Maschine trotzdem für gut brauchbar. Das ist ein Erfahrungsbericht und keine Herstellerangabe, passt aber zur Konstruktion. Schalten Sie bei genauen Arbeiten in Metall auf reines Bohren ohne Schlag um, oder greifen Sie zu einer Maschine ohne Schlagwerk. Beim Bohren in Beton fällt das Taumeln kaum auf, weil die Spitze dort ohnehin hämmert. Erst bei Holz, Metall oder Kunststoff zeigt sich die Ungenauigkeit als Ausreißen am Lochrand.

Bohrständer und weitere Sonderfälle

Spannen Sie eine Handbohrmaschine in einen Bohrständer, fallen kleine Rundlauffehler stärker auf, weil Ihre Hand sie nicht mehr ausgleicht. Ein Forumsteilnehmer merkte an, dass eine Handmaschine im Ständer nicht für hochpräzise Metallarbeit gedacht ist. Löcher in Flachstahl oder Gewindekernlöcher gelingen trotzdem. Genauere Arbeit verlangt nach einem Ständerfutter oder einer echten Tischbohrmaschine. Bei Akkuschraubern kommt ein weiterer Punkt dazu: Sitzt ein Bit schlecht gespannt oder ist der Schaft verschlissen, wirkt das Eiern größer. Als Reihenfolge gilt also, erst Zubehör tauschen, dann das Futter, zuletzt die Maschine. Körnen Sie jedes Loch an, dann hält der Bohrer die Position auch bei leichtem Taumeln. Bei Holz hilft ein Vorbohren mit kleinem Durchmesser.