Autobatterie laden und wie lange das Ladegerät angeschlossen bleibt
Antwort vorab für Eilige
Die Ladedauer ergibt sich aus der Kapazität der Batterie in Amperestunden, geteilt durch den Ladestrom des Geräts, plus einen Zuschlag für Verluste. Je nach Kombination liegt das Ergebnis zwischen wenigen Stunden und mehr als einem Tag. Auf dem Typenschild der Batterie und am Ladegerät stehen die beiden Werte, die Sie dafür brauchen.
Autobatterie laden gehört zu den Handgriffen, die jeder Autofahrer irgendwann braucht, meist nach einer längeren Standzeit oder nach vielen Kurzstrecken im Winter. Die Frage, wie lange das Ladegerät angeschlossen bleiben muss, lässt sich nicht mit einer einzigen Zahl beantworten. Für die eigene Batterie führt eine einfache Rechnung weiter als Pauschalwerte aus Foren.

Dieser Beitrag stützt sich auf Ratgeber von Autoportalen und Ladegeräteherstellern. Wo deren Angaben voneinander abweichen, steht das im Text.
Ladedauer berechnen statt schätzen
Aus den beiden Zahlen von Typenschild und Ladegerät ergibt sich die Zeit in Stunden für eine komplett leere Batterie. Weil beim Laden Energie als Wärme verloren geht, empfiehlt ein Anbieter einen Zeitzuschlag von etwa 15 bis 20 Prozent. Ist die Batterie noch halb voll, halbiert sich die Rechnung grob, denn nachgeladen wird nur, was fehlt.
Pauschalangaben im Netz weichen davon ab. Ein Autoportal nennt für ein gewöhnliches Ladegerät 10 bis 12 Stunden, ein anderes 3 bis 12 Stunden, je nach Zustand der Batterie. Beide Spannen passen zur Rechnung, wenn man die eigene Batteriegröße und den Ladestrom einsetzt. Die Tabelle zeigt gängige Kombinationen für eine vollständig entladene Batterie.
| Kapazität | Ladestrom | Rechnerische Dauer | Mit Zuschlag von 15 bis 20 Prozent |
|---|---|---|---|
| 40 Ah | 4 A | 10 Stunden | 11,5 bis 12 Stunden |
| 60 Ah | 2 A | 30 Stunden | 34,5 bis 36 Stunden |
| 60 Ah | 5 A | 12 Stunden | 13,8 bis 14,4 Stunden |
| 60 Ah | 10 A | 6 Stunden | 6,9 bis 7,2 Stunden |
| 100 Ah | 5 A | 20 Stunden | 23 bis 24 Stunden |
| 100 Ah | 10 A | 10 Stunden | 11,5 bis 12 Stunden |
Welcher Ladestrom zur Batterie passt
Als Richtwert gilt etwa ein Zehntel der Kapazität. Bei einer Batterie mit 90 Ah sind das 9 A. Ein Autoportal beschreibt beide Fehler: Zu viel Strom belastet die Batterie, zu wenig zieht das Laden unnötig in die Länge. Ladegeräte mit 10 bis 20 A laden schnell, können aber bei häufigem Einsatz ohne Temperaturüberwachung die Batterie überhitzen. Mit moderaten Strömen fährt man daher sicherer.
Im Handel lassen sich grob drei Klassen unterscheiden. Erhaltungsladegeräte arbeiten mit etwa 2 A oder weniger, ein Modell mit 0,8 A deckt laut Hersteller Batterien von rund 1,2 bis 100 Ah ab. Standardlader liefern um die 5 A. Schnelllader beginnen bei 10 A. Maßgeblich ist neben der Stromstärke der Batterietyp: Moderne Autos mit Start-Stopp-System nutzen häufig AGM-Batterien, und für diese braucht das Ladegerät ein eigenes AGM-Programm. Ein Ratgeber nennt als Ladeschlussspannung 14,6 bis 14,8 Volt, widerspricht sich dabei im selben Text bei der Frage, ob 14,8 Volt Mindestwert oder Obergrenze sind. Sicher fahren Sie, wenn Sie sich an die Angabe des Batterieherstellers halten.
Anschließen, abklemmen und die Bordelektronik
Vor dem Anschluss müssen Zündung und Motor aus sein, und die Lüftungsschlitze der Batterie dürfen nicht zugedeckt sein, sonst kann das Ladegerät überhitzen. Rote Klemme an Plus, blaue Klemme an Minus. Erst danach kommt der Stecker in die Steckdose. Soll die Batterie vom Bordnetz getrennt werden, lösen Sie zuerst die Masseklemme am Minuspol, dann die am Pluspol; das Anklemmen läuft in umgekehrter Reihenfolge, zuerst Plus. Welche Variante im Einzelfall richtig ist, steht in der Anleitung des Ladegeräts, und die geht den allgemeinen Ratgebern vor.
Moderne Fahrzeuge machen nach dem Abklemmen manchmal Umstände. Die Batterie muss dann neu angelernt werden, und Eingaben wie ein Radiocode sind gegebenenfalls erneut nötig. Wenn Sie das vermeiden möchten, laden Sie die Batterie im eingebauten Zustand, soweit Anleitung und Fahrzeughersteller das erlauben. Planen Sie bei laufendem Ladevorgang einen gut belüfteten Platz ein und halten Sie offenes Feuer fern.
Wenn Laden allein nicht mehr hilft
Eine tiefentladene Batterie lässt sich meist nicht mehr mit einer Starthilfe wieder fit machen, und das Laden dauert länger als gerechnet. Ein Anbieter rät, den Ladezustand nicht unter 20 Prozent fallen zu lassen, weil häufige Tiefentladungen bleibende chemische Schäden verursachen und die Lebensdauer verkürzen. Nach einer erfolgreichen Starthilfe sollte das Auto mindestens eine halbe Stunde fahren, damit die Lichtmaschine nachladen kann.
Nimmt die Batterie trotz vollständiger Ladung keine Spannung mehr an oder fällt sie nach kurzer Zeit wieder ab, ist sie vermutlich am Ende. Bei einer AGM-Batterie raten Ratgeber in diesem Fall zum Austausch. Der ADAC führt nach den Angaben eines Autoportals fast die Hälfte aller Pannenhilfe-Einsätze auf Startprobleme zurück, die von der Batterie ausgehen. Eine Prüfung in der Werkstatt vor dem Winter zeigt den Zustand, bevor die erste Frostnacht ihn offenlegt. Ein passendes Automatik Ladegerät für 12 Volt Batterien gehört für viele Haushalte inzwischen zur Grundausstattung.
