Fritzbox kann nicht raustelefonieren und woran das liegt

Wenn die Fritzbox nicht raustelefonieren kann, äußert sich das auf verschiedene Weise: Mal tutet es gar nicht, es meldet sofort besetzt, oder nach der Nummer kommt Stille. Eingehende Gespräche funktionieren dabei manchmal ganz normal. Das spricht gegen einen Totalausfall der Box und für eine Einstellung, die nur die Wahl nach außen betrifft. Dieser Ratgeber geht die Ursachen in der Reihenfolge durch, in der sie sich am schnellsten ausschließen lassen, und nennt die Menüpunkte der FRITZ!Box-Oberfläche. Beschriftungen können je nach FRITZ!OS leicht abweichen.

Fritzbox kann nicht raustelefonieren und woran das liegt

Erst den Status der Rufnummer lesen

Bevor Sie irgendetwas ändern, schauen Sie nach, ob die Nummer beim Anbieter überhaupt angemeldet ist. Unter Telefonie und Eigene Rufnummern zeigt die Box, wie viele Nummern aktiv und wie viele davon registriert sind. Steht dort sinngemäß, dass eine Nummer aktiv, aber keine registriert ist, erreicht die Box den Anbieter nicht oder wird abgewiesen. Im Ereignisprotokoll unter System finden Sie dazu meist die Ursache, etwa einen DNS-Fehler, eine Zeitüberschreitung oder einen Fehlercode zwischen 401 und 508. Laut AVM-Anleitung sind genau solche Meldungen der häufigste Hinweis. Notieren Sie die Zeile samt Uhrzeit, sie hilft später dem Anbietersupport. Erscheint nach jedem Neustart derselbe Fehlercode, ist die Ursache stabil und lässt sich schneller eingrenzen als bei einem Ausfall, der nur sporadisch auftritt.

Einstellungen, die das Wählen verhindern

Ist die Nummer registriert, aber das Telefon bleibt stumm, liegt der Fehler fast immer in der Zuordnung. Unter Telefoniegeräte muss beim betroffenen Gerät eine ausgehende Rufnummer gewählt sein, sonst weiß die Box nicht, über welchen Anschluss sie wählen soll. Ein Erfahrungsbericht aus der Community eines Anbieters beschreibt genau das: Nach dem Neuanlegen der Nummer registrierte sich die Leitung erst, als im Feld für die Anmeldung der SIP-Benutzername stand statt der Telefonnummer. Danach fehlte nur noch die Auswahl der ausgehenden Nummer pro Gerät. Prüfen Sie außerdem die Standortangaben, also Land, Ländervorwahl und Ortsvorwahl, denn falsche Vorwahlen verfälschen jede gewählte Nummer.

Die Reihenfolge der Fehlersuche

Die AVM-Anleitung empfiehlt, nach jedem Schritt zu testen, ob das Problem verschwunden ist. Das spart Arbeit, denn häufig reicht schon der erste oder zweite Punkt. Sortiert ist die Liste nach Aufwand, vom schnellen Blick in die Einstellungen bis zum Neuanlegen von Nummer und Gerät.

  1. Land, Ländervorwahl und Ortsvorwahl unter Telefonie, Telefonnummern, Leitungseinstellungen prüfen.
  2. Die Box neu starten, über System, Sicherung, Neustart.
  3. Unter Rufbehandlung nachsehen, ob Sperren für abgehende Rufe eingetragen sind.
  4. Die Rufnummer löschen und mit dem richtigen Anbieter neu einrichten.
  5. Das Telefon unter Telefoniegeräte löschen und über den Assistenten neu anlegen.
  6. Bei schnurlosen Telefonen die HD-Telefonie abschalten.

Löschen Sie Rufnummer oder Gerät erst, wenn Sie die Zugangsdaten zur Hand haben, denn ohne sie gelingt die Neueinrichtung nicht. Bei Anbietern mit SIP-Zugang stehen die Daten im Anmeldebrief oder im Kundenportal. Halten Sie vorher außerdem schriftlich fest, welche Rufnummern den Telefonen zugeordnet sind.

Wenn nur manche Nummern nicht gehen

Funktionieren Ortsgespräche, aber bestimmte Ziele nicht, liegt es selten an der Box. Sperren in der Rufbehandlung betreffen einzelne Nummern oder ganze Bereiche und werden gern vergessen, etwa nach einer Einrichtung für Kinder. Meldet das Protokoll den Fehler 488, hat der Anbieter den Anruf abgelehnt. Ursachen sind ein nicht unterstützter Codec, eine nicht erlaubte Zielnummer, zum Beispiel eine Premiumnummer, oder mehrere gleichzeitige Gespräche auf einer Leitung. Das lässt sich nach Angaben von AVM nicht an der Box beheben, hier muss der Anbieter ran. Rufen Sie dort an, nennen Sie die Zielnummer und den Zeitpunkt des Fehlers. Hilfreich ist auch der Hinweis, dass andere Ziele ohne Probleme erreichbar sind.

Das Telefon selbst als Fehlerquelle

Liegt die Registrierung in Ordnung und stehen Zuordnung und Sperren richtig, bleibt als Verdächtiger das Endgerät übrig. Hier gibt es zwei verbreitete Stolpersteine, die in der AVM-Anleitung ausdrücklich genannt werden: die falsche Wahlart bei Analogtelefonen und die HD-Telefonie bei Schnurlosgeräten. Beides lässt sich in wenigen Minuten ausprobieren und bei Misserfolg ohne Folgen zurücknehmen, ein Risiko für die übrigen Einstellungen besteht nicht. Ein Vergleichsgerät hilft weiter. Stecken Sie ein zweites Telefon an denselben Anschluss oder nutzen Sie ein Smartphone mit der Box-App, dann sehen Sie sofort, ob die Leitung selbst arbeitet oder nur ein einzelnes Gerät. Die beiden folgenden Abschnitte erklären beide Fälle.

Ältere Analogtelefone und die Wahlart

Analoge Geräte aus der Schublade sind häufig noch auf Impulswahl gestellt. Die Fritzbox erwartet Töne, das Telefon sendet Impulse, und heraus kommt nichts oder eine falsche Nummer. Schalten Sie das Gerät auf Tonwahl um. Wie, steht in der Anleitung des Telefons, meist ist es ein kleiner Schalter oder eine Tastenfolge im Menü. AVM weist darauf hin, dass sich bei Impulswahl kein einwandfreier Betrieb zusichern lässt. Hören Sie im Hörer einen internen Wählton, aber keinen externen, deutet das auf eine fehlende Amtsholung hin und damit wieder auf Zuordnung oder Registrierung. Ein defekter Anschluss an der Box ist die letzte Erklärung, die sich ausschließen lässt, deshalb probieren Sie zuerst einen anderen Anschluss oder ein anderes Gerät.

Schnurlose Telefone und HD

Bei DECT-Telefonen sorgt die HD-Telefonie gelegentlich für Probleme, wenn Basis und Anbieter den Codec unterschiedlich aushandeln. Öffnen Sie unter Telefoniegeräte das Bearbeiten-Symbol des Mobilteils, wechseln Sie zum Reiter Telefoniegerätefunktionen und wählen Sie bei HD die Option deaktiviert. Eventuell müssen Sie dafür erst die erweiterte Ansicht einschalten. Bleibt das Problem bestehen, melden Sie das Mobilteil probehalber neu an der Box an. Dazu entfernen Sie es zuerst aus der Liste der Telefoniegeräte und starten dann die Anmeldung am Mobilteil mit der PIN der Box. Funktioniert danach ein Anruf, lassen Sie die Einstellung dauerhaft so und beobachten Sie die Verbindungsqualität. Klingt die Stimme dünner als vorher, ist das der Preis für den Verzicht auf HD.

Wann die Box oder der Anbieter schuld ist

Sind alle Schritte durch und registriert sich die Nummer weiterhin nicht, wenden Sie sich an den Anbieter. Lassen Sie Nummer und Zugangsdaten prüfen, denn manchmal ist die Telefonie dort nicht freigeschaltet oder die Zugangsdaten wurden geändert. Ein Forenbericht schildert zudem einen seltenen Fall: Bei einer gebrauchten Box, die zuvor nur an einem ISDN-Anschluss lief, blieb jeder Einstellungsversuch erfolglos, am Ende hielt der AVM-Support das Gerät für defekt und schickte Ersatz. Das bleibt ein Einzelfall, ist aber ein Grund, bei Gebrauchtkäufen die Rückgabe nicht zu verpassen. Vor einem Werksreset sichern Sie die Einstellungen, sonst sind auch WLAN und Portfreigaben weg.


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