Akkuschrauber zum Bohren in die Wand nutzen und wann es reicht

Einen Akkuschrauber zum Bohren in die Wand zu nehmen, ist für viele Heimwerker der erste Griff, schließlich liegt das Gerät ohnehin griffbereit in der Schublade. Ob das funktioniert, hängt weniger von der Marke ab als vom Material hinter der Tapete. In Kalksandstein oder Porenbeton gelingt der Dübel meist ohne Probleme, in Beton zeigt die Maschine schnell ihre Grenzen.

Akkuschrauber zum Bohren in die Wand nutzen und wann es reicht

Akkuschrauber in der Wand und was der Untergrund entscheidet

Ein Akku-Bohrschrauber gilt als Allrounder für Möbelmontage und Dübelarbeiten. Die Stiftung Warentest beschreibt in ihrem Ratgeber zum Bohren und Schrauben, dass Kalksandstein, die meisten Ziegel und Porenbeton mit einem guten Gerät im zweiten Gang zu bohren sind. Der erste Gang bleibt dem Schrauben vorbehalten, weil er kräftig dreht und sich feinfühlig dosieren lässt. Der zweite Gang bringt die höhere Drehzahl, die ein Bohrer im Stein braucht.

Anders sieht es bei Beton oder hart gebrannten Ziegeln aus. Hier verweist test.de auf den Akku-Schlagbohrschrauber, also ein Gerät mit zuschaltbarem Schlagwerk. Der Elektronikhändler Alternate sieht das strenger und schreibt, ein Akkuschrauber mit Schlagfunktion eigne sich nur für gelegentliche Dübel in Ziegelwänden, nicht für Beton. Beide Aussagen widersprechen sich nicht vollständig, setzen aber unterschiedliche Maßstäbe: Ein einzelnes Loch in Beton kann mit viel Geduld klappen, wer mehrere Bohrungen vorhat, wird mit einem Akkuschrauber ungeduldig.

Welcher Untergrund hinter dem Putz steckt, merken Sie meist am Widerstand. Geht der Bohrer in Ziegel oder Kalksandstein zügig voran, passt das Gerät. Kommt er kaum von der Stelle, wird es Beton sein, und dann sollte ein Bohrhammer ins Spiel kommen. Bei Mietwohnungen älterer Bauart wechseln Wände gelegentlich das Material, etwa zwischen tragender Wand und Vorsatzschale. Ein kurzer Probebohrer an unauffälliger Stelle schafft Gewissheit, bevor der Regalboden hängt.

Für die Entscheidung zwischen Behelf und Neukauf zählt am Ende die Menge der Löcher. Zwei Dübel für ein Küchenregal in einer Ziegelwand stemmt der vorhandene Akkuschrauber ohne Weiteres. Soll dagegen ein ganzes Wohnzimmer mit Bildern, Regalen und einem Fernsehhalter in Betonwände wandern, lohnt ein Bohrhammer, den manche Baumärkte auch stundenweise verleihen. Bei Unsicherheit über den Untergrund fährt man mit einem Test an einer verdeckten Stelle am besten.

Gang, Drehmoment und Schlagwerk richtig einstellen

Ein Akkuschrauber hat drei Stellrädchen, deren Wirkung sich ergänzt. Der Drehmomentring begrenzt die Kraft, mit der sich die Schraube dreht. Das schützt weiches Holz und Gipskarton vor zu tief versenkten Schrauben. Zum Bohren oder für dicke Schrauben wählen Sie das Bohrersymbol, dann entfällt die Begrenzung. Geräte mit nur einem Gang lassen sich über den Drehzahlregler zwar auch steuern, doch sie arbeiten ungenau, wodurch Schraubenköpfe Schaden nehmen können.

Das Schlagwerk verdient einen eigenen Absatz, denn hier passieren die meisten Fehler. Beim Schrauben bleibt es immer ausgeschaltet, beim Bohren sollte es nur selten laufen. Der Rat lautet: erst ohne Schlag bohren und das Schlagwerk erst bei sehr hartem Material zuschalten, also bei Beton, hart gebrannten Ziegeln oder Granit. In weichem Material franst der Schlag das Bohrloch aus, und der Dübel sitzt anschließend locker. Wird in Porenbeton mit eingeschaltetem Schlag gebohrt, ruiniert die Haltekraft seiner Befestigung, bevor die Schraube überhaupt drin ist.

Ein häufiger Fehler besteht darin, zu fest aufzudrücken. Der Bohrer braucht gleichmäßigen Druck und Drehzahl, kein Gewicht des ganzen Körpers. Zieht man ihn zwischendurch aus dem Loch, räumt er das Bohrmehl heraus und kühlt dabei ab. Wird die Spitze stumpf, verliert sie in Beton rasch ihre Wirkung, und ein neuer Bohrer spart mehr Zeit, als er kostet.

Wichtig ist außerdem der richtige Bohrer. Betonbohrer mit Hartmetallspitze sind für Beton und harten Stein gedacht, Steinbohrer für weicheres Mauerwerk. Universalbohrer taugen laut Alternate nur im Notfall. Der Durchmesser des Bohrers entspricht dem des Dübels, sonst hält die Verbindung nicht.

Bohrhammer statt Akkuschrauber und Sicherheit an der Wand

Für Beton und Stahlbeton ist ein Bohrhammer mit pneumatischem Schlagwerk die bessere Wahl. Er braucht kaum Anpressdruck, weil das Schlagwerk die Arbeit übernimmt. Im Heimwerkerbereich ist der Standard SDS plus mit zehn Millimeter Schaft, er reicht für Löcher bis etwa 28 Millimeter. SDS max ist für Durchmesser ab 30 Millimeter gedacht und für den Hausgebrauch selten nötig. Die Schlagenergie liegt für Dübel in Beton bei zwei bis drei Joule, größere Bohrungen oder Meißelarbeiten verlangen drei bis vier Joule. Akkugeräte mit 18 Volt reichen für gelegentliche Arbeiten, Kabelgeräte laufen im Dauereinsatz gleichmäßiger.

Vor jeder Bohrung in die Wand lohnt die Suche nach Leitungen. Ein Leitungssucher zeigt Strom und Wasserleitungen an und kostet weniger als ein angebohrtes Rohr. Über Steckdosen und Schaltern verlaufen die Kabel meist senkrecht.

Zur Sicherheit gehört, dass die Maschine bei hohem Drehmoment seitlich zurückschlagen kann, was auf einer Leiter schnell zum Sturz führt. Ein zweiter Handgriff, ein fester Stand und bei Überkopfarbeiten eine Schutzbrille sind deshalb Pflicht. Lose Kleidung und lange Haare gehören vom Bohrer weg. Bei Betonarbeiten kommen Gehörschutz und Staubabsaugung hinzu.

Die Übersicht zeigt, welches Gerät zu welchem Untergrund passt und worauf bei Dübel und Bohrer zu achten ist.

UntergrundGerätSchlagwerkHinweis
Kalksandstein, Ziegel, PorenbetonAkkuschrauber im zweiten GangAusStandardfall für Dübel
Hart gebrannte ZiegelAkku-SchlagbohrschrauberZuschalten, wenn der Bohrer stocktNur bei gelegentlichen Bohrungen sinnvoll
Beton und StahlbetonBohrhammer SDS plusPneumatisch, zwei bis drei JouleBei vielen Löchern deutlich schneller
FliesenAkkuschrauber oder BohrmaschineImmer ausMit Schlag springen die Fliesen
Hohlblock, PorenbetonAkkuschrauberAusSpezialdübel wie Kipp oder Hohlraumdübel nutzen
Wie tief muss das Bohrloch sein
Rechnen Sie Dübellänge plus zehn Millimeter, damit unten Platz für Bohrmehl bleibt. Bei langen Schrauben muss das Loch zusätzlich so tief reichen, dass die Schraubenspitze nicht im Mauerwerk anstößt.
Was passiert bei Bewehrungseisen im Beton
Dünne Eisen bis etwa fünf Millimeter lassen sich durchbohren. Stößt der Bohrer auf dickeres Eisen, setzen Sie das Loch besser einige Zentimeter versetzt neu an, statt den Bohrer zu quälen.
Wie verhindere ich ein Abrutschen auf glatten Flächen
Auf Holz und Putz hilft ein Vorstecher oder Nagel zum Körnen. Auf Fliesen verzichten Sie darauf, weil Risse entstehen können. Dort kleben Sie stattdessen Kreppband oder Pflaster auf die Stelle und bohren.

Kundenstimme abgeben | Impressum | Datenschutzerklärung

Nach oben scrollen