Ein Hochbeet entsteht in Schichten: unten grobes Material für den Wasserabfluss, darüber verrottende Füllung und Kompost, oben hochwertige Pflanzerde. Am besten gelingt das Befüllen im Herbst, notfalls im zeitigen Frühjahr.

Standort und Maße festlegen
Sonnige Plätze mit mindestens sechs Stunden Licht liefern die besten Erträge. Breiter als etwa 120 Zentimeter sollte das Beet nicht werden, sonst erreicht niemand die Mitte, ohne die Erde zu betreten. Komfortabel arbeitet es sich in einer Höhe zwischen 80 und 100 Zentimetern, niedrigere Varianten sparen dafür Material. Fest verlegte Wege ringsum erleichtern das Arbeiten bei nassem Wetter.
Der Schichtaufbau von unten nach oben
Wühlmausschutz und Drainage
Unten verhindert ein Drahtgitter, dass Wühlmäuse und Maulwürfe von unten eindringen. Darauf kommt eine Drainageschicht von etwa 30 Zentimetern aus Ästen, Zweigen, Steinen oder Hackschnitzeln. Dauerhaft bepflanzte Beete profitieren von anorganischem Material wie Schotter, Kies oder Steinen, abgedeckt durch ein Gärtnerfließ.
Füllschicht
Laub, Grasschnitt, Grassoden und grüner Küchenabfall bilden die nächste Lage von 20 bis 30 Zentimetern. Etwas Muttererde darf dazwischen. Zwischen den einzelnen Schichten bremst ein Vlies, dass Erde nach unten gespült wird.
Kompostschicht
Etwa 20 Zentimeter dünn geschichtetes Laub, grob zersetzter Kompost, Tiereinstreu, Grasschnitt und Stroh folgen darauf. Reifer Kompost zwischen den Lagen beschleunigt die Umsetzung.
Pflanzschicht
Ganz oben liegt mindestens 20 Zentimeter hoch ein Gemisch aus guter Muttererde, Pflanzerde und reifem Kompost. Handelsübliche torffreie Hochbeeterde erfüllt denselben Zweck. Von unten nach oben wird das Material immer feiner, wobei die Schichtdicken je nach Ratgeber zwischen 20 und 30 Zentimetern schwanken.
Auskleidung bei Holzbeeten
Holz braucht Schutz vor dauernder Nässe. Noppenfolie mit den Noppen zum Holz belüftet und verzögert das Verrotten, Teichfolie gilt als robust und wasserbeständig, Unkrautvlies als leichter und durchlässig. Straff gespannt, überlappend und mit Nägeln oder Tacker befestigt, hält jede der drei Varianten am besten. Obenauf lässt sich zusätzlich Stroh oder Holzschnitzel als Mulch ausbringen, was die Verdunstung bremst.
Der richtige Zeitpunkt und das Absinken
Wann befüllt wird
Herbst oder Beginn des Frühjahrs gelten als optimal. Ungünstig ist der Sommer für das Anlegen, weil Hitze und Sonne die Wasserversorgung der Pflanzen beeinträchtigen. Vor dem Pflanzen bekommt die Füllung etwas Zeit zum Setzen.
Feuchtigkeit beim Schichten
Nur leicht angefeuchtet kommt das Material hinein, nicht nass. Weniger stark sackt ein feuchter Aufbau später ab, ohne den Rotteprozess zu ersticken.
Nachfüllen jede Saison
Organisches Material verrottet, deshalb sinkt die Oberfläche um einige Zentimeter. Lohnend ist deshalb ein Kontrollblick im Frühjahr, und frische Hochbeeterde wird am besten in jeder Saison aufgefüllt.
Was ins Hochbeet gehört
Starkzehrer im ersten Jahr
Frisch befüllt setzt das Beet besonders viele Nährstoffe frei. Tomaten, Lauch und Petersilie machen den Anfang, Kohl und Kürbis zählen ebenfalls zu den hungrigen Kulturen. Gedüngt werden muss in diesem ersten Jahr kaum.
Mittel- und Schwachzehrer später
Zwiebeln, Spinat, Bohnen und Erbsen übernehmen in den Folgejahren, wenn die Nährstoffe weniger werden. Sinnvoll ist ein Fruchtwechsel über drei bis vier Jahre, der den Boden schont und gesund hält.
Was nicht passt
Raumgreifende Arten wie Zucchini, Kürbis oder große Kohlsorten sind im Hochbeet zu sperrig. Hochwachsende Sorten wie Staudentomaten oder Erbsen kippen leichter um. Mediterrane Kräuter vertragen Staunässe schlecht und brauchen ein gut drainiertes Beet.
Bewährte Kandidaten
Feldsalat, Buschbohnen, Rote Beete, Kräuter, Erdbeeren, Paprika und Kohlrabi wachsen gut. Spinat, Salat und Radieschen räumen früh das Feld und schaffen mehrere Ernten pro Jahr. Kartoffeln, Tomaten und Kohlrabi lassen sich anhäufeln. Tomaten stützen drei Stäbe im Abstand von 50 Zentimetern mit einem Rankgitter in der Mitte.
Gießen im Hochbeet
Wärmer als im normalen Beet ist es im Inneren, deshalb muss täglich gegossen werden. Schonend gelingt das früh am Morgen mit moderatem Wasserdruck. Übermäßige Mengen schaden, denn Staunässe soll gerade vermieden werden. Die Fingerprobe in einigen Zentimetern Tiefe zeigt, ob wirklich Bedarf besteht.
Schutz mit Folie und Haube
Verlängern lässt sich die Saison mit einem Gewächshausaufsatz. Dazu werden etwa zwei Meter lange PE-Rohre an beiden Längsseiten festgeschraubt, anschließend spannt man die Folie darüber und verschraubt sie ebenfalls. Pflanzenschutzhauben und Pflanzfolie schützen Jungpflanzen vor Kälte.
Bausatz oder Eigenbau?
Preislich liegt ein Metall-Hochbeet von Biohort mit 2 mal 1 Meter Grundfläche je nach Höhe bei 549 bis 599 Euro, ein Kiefernholz-Modell mit Anzuchtkasten (100 mal 97 mal 50 Zentimeter) bei 71,99 Euro, wobei die Angaben aus dem Herbst 2026 stammen. Passende Hochbeet-Bausätze aus Holz gibt es in vielen Größen. Selbst gebaute Varianten aus Paletten oder Brettern kosten weniger, brauchen jedoch eine Auskleidung und stabile Ecken.
Ein Pflanzplan für das erste Jahr
Im Frühjahr starten Salat, Spinat und Radieschen als Vorkultur. Sobald die Eisheiligen vorbei sind, ziehen Tomaten und Paprika ein, dazwischen passen Basilikum und Petersilie. Lauch und Kohl folgen im Sommer, Feldsalat besetzt im Herbst die freien Flächen. Mischkultur nutzt die Fläche aus und mindert Schädlingsdruck.
Pflege über die Jahre
Eine Mulchschicht aus Stroh oder Rasenschnitt hält den Boden feucht und unterdrückt Unkraut. Jährlich frischer Kompost gleicht den Nährstoffverbrauch aus. Zum Saisonende wandert abgeerntetes Material auf den Kompost, nicht ins Beet, wenn Krankheiten aufgetreten sind.
Das Beet im Winter
Abgeerntete Flächen decken Stroh oder Laub gegen Auswaschung ab. Gründüngung wie Phacelia oder Senf lockert den Boden, bis im Frühjahr neu gepflanzt wird. Frost schadet der Füllung nicht, wohl aber dauerhafte Nässe in der unteren Schicht.
Quellen
- Plantura: Hochbeet befüllen, Anleitung und Expertentipps (Stand Oktober 2026)
- Gartenjournal: Aufbau Hochbeet (Stand Oktober 2026)
- toom: Hochbeet anlegen (Stand Oktober 2026)
